Cannabinoide richtig dosieren

Aufgrund der rechtlichen Situation in Deutschland solltest du aktuell darauf verzichten, CBD in Form von Nutzhanfblüten zu konsumieren. Die verschiedenen Nahrungsergänzungsmittel mit Cannabidiol sind dagegen frei verkäuflich und lassen sich exakter dosieren. Vereinfacht gesagt, existieren bei CBD-Präparaten 2 Gruppen:

▪️einige Produkte enthalten Cannabidiol als reinen, kristallinen Stoff

▪️andere basieren auf einem Extrakt sämtlicher Cannabinoide (außer THC) und Terpene aus Nutzhanf

Warum Dir ein „Vollspektrum-Extrakt“ zusätzliche Vorteile bringt, erklären wir hier.

Wie gewinnt man CBD-Extrakte?

Um einen CBD-Hanf-Extrakt zu gewinnen, löst man die Inhaltsstoffe mithilfe von Kohlendioxid aus der Pflanze. Dies geschieht in einem Druckbehälter, der das Gas zunächst verdichtet. Verringert sich der Druck anschließend, gibt das CO2 die gelösten Pflanzenstoffe als Extrakt frei. Da keine hohen Temperaturen zum Einsatz kommen, gilt die CO2-Extraktion als besonders schonend für die Inhaltsstoffe.

Die jeweiligen Hersteller bringen den Extrakt auf einen standardisierten CBD-Gehalt, indem sie ihn mit Trägersubstanzen mischen. Da CBD ein fettliebendes (lipophiles) Molekül ist, eignen sich Öle für diesen Zweck besonders gut. Das im Handel erhältliche CBD Öl basiert auf Hanfextrakt plus Speiseöl, z.B. Hanföl, Olivenöl oder Kürbiskernöl. Mithilfe von Liposomen lässt sich CBD-Extrakt auch in eine wässrige Lösung bringen.

Darüber hinaus werde zahlreiche Produkte mit CBD-Zusatz angeboten, wie zum Beispiel CBD-Schokolade, CBD-Kaugummi, CBD Balsam und -Cremes. Für Anfänger eignen sich Formen, die sich akkurat dosieren lassen, wie beispielsweise unsere CBD Streukügelchen.

Ist CBD-Öl dasselbe wie Hanföl?

Hier entsteht beim Laien häufig Verwirrung: CBD-Öl ist die Produktbezeichnung für einen mit Öl gemischten CBD-Hanf-Extrakt. Hanföl hingegen meint das fette Speiseöl, das aus Hanfsamen gewonnen wird. Es enthält naturgemäß Cannabinoide nur in Spuren; dagegen punktet es ernährungsphysiologisch mit einem hohen Gehalt an pflanzlichen Omega-3- und Omega-9-Fettsäuren. Schließlich gibt es noch das ätherische Hanföl, das ein aus Blüten und Blättern destilliertes Konzentrat der Hanf-Terpene und einiger Cannabinoide ist.

Wann CBD nicht eingenommen werden sollte

Studienergebnisse demonstrierten mehrfach, dass CBD eine sichere und nebenwirkungsarme Substanz ist. Dennoch sollten spezielle Gruppen von Menschen die Einnahme zunächst mit dem Hausarzt abklären:

Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, muss Wechselwirkungen vorab mit dem behandelnden Mediziner besprechen. CBD beeinflusst die Wirksamkeit bestimmter Leberenzyme, die für die Aufnahme von Wirkstoffen in unseren Organismus sorgen. In der Konsequenz kann es die Wirkung einiger Präparate verstärken oder umkehren. Beeinträchtigt werden zum Beispiel das Beruhigungsmittel Diazepam (Valium) oder Magensäureblocker wie Omeprazol.

Paare, die einen Kinderwunsch hegen, sollten eventuell zeitweise auf CBD als Nahrungsergänzungsmittel verzichten. Zwar existieren keine Untersuchungen, die negative Wirkungen auf den wachsenden Fötus zeigen, jedoch senkte CBD in Tierversuchen die Fruchtbarkeit männlicher Mäuse um 20 Prozent.[2] Da sich das Tiermodell nicht direkt auf den Menschen übertragen lässt, empfehlen wir Dir ein Gespräch mit Urologen bzw. Gynäkologen, um Risiken und Nutzen abzuschätzen. 

Kann CBD überdosiert werden?

Nutzt du frei verkäufliche Nahrungsergänzungsmittel in der empfohlenen Menge, ist eine Überdosierung praktisch unmöglich – selbst wenn jemand versehentlich ein vollständiges Fläschchen CBD-Extrakt (500-1000mg CBD) in einem Zug leeren würde. In Versuchen zur Verträglichkeit verabreichten Forscher den freiwilligen Probanden weit höhere Einzeldosen von bis zu 6 Gramm Cannabidiol. Dabei traten keine schwerwiegenden Schäden ein; einige Teilnehmer klagten lediglich über milde Nebenwirkungen wie Durchfall, Übelkeit, Schläfrigkeit und Kopfschmerzen.[3]

Selbst kleinen Kindern verordneten Mediziner in Studien zur Wirkung von CBD auf Epilepsie Dosen von 20mg pro Kilogramm Körpergewicht. Auf einen 75 kg schweren Erwachsenen hochgerechnet, ergäbe das eine Tagesdosis von 1500mg. Zum Vergleich: Die meisten Nahrungsergänzungsmittel enthalten Tagesmengen von maximal 50mg CBD. 

Wirken geringe Dosen CBD überhaupt?

Ab einer bestimmten Menge scheinen geringere Dosen CBD sogar stärker zu wirken als höhere. Zumindest legen Tierversuche nahe, dass die Dosis-Wirkungs-Kurve von CBD eher glockenförmig verläuft als linear. Das bedeutet: Mehr Wirkstoff bringt ab einem bestimmten Punkt kein Plus an Wirkung, sondern vermindert den erwünschten Effekt. Eine Studie, in der CBD den Probanden half, eine negative Konditionierung aufzulösen und Stressreaktionen in bedrohlichen Situationen zu verhindern, arbeitete etwa lediglich mit 32mg CBD als Einzeldosis.[4]