Nervenschutz durch CBD? Wie Cannabidiol Nervenzellen beeinflusst

April 20, 2019

Darstellung einer menschlichen Nervenbahn

Im Laborversuch konnte CBD Nervenzellen vor Schäden schützen – Forscher sehen Perspektiven für Demenzerkrankungen

Parkinson, Alzheimer, Fibromyalgie – all diese Krankheiten entstehen aufgrund von Schädigungen der Zellen des zentralen Nervensystems. Wie wir unsere Nerven gesund erhalten, was sie regeneriert und schützt, ist daher Gegenstand zahlreicher Untersuchungen. Aktuelle Forschungsergebnisse lassen vermuten, dass CBD Ölbzw. CBD im Allgemeinen einen positiven Einfluss auf unser Nervenkostüm haben könnte:

Was sind neurodegenerative Erkrankungen?

Diese Krankheitsbilder sind durch einen schrittweisen Verlust von Nervenzellen des zentralen Nervensystems gekennzeichnet. Häufige neurodegenerative Krankheiten sind etwa Alzheimer, Parkinson und Chorea Huntington. Bei ihnen führt der zunehmende Verlust von Neuronen sowohl zu physischen als auch zu psychischen Symptomen: Gedächtnisstörungen, Sprachstörungen, Orientierungsverlust, motorische Einschränkungen, Muskelzittern, Schlafstörungen und Depressionen. Als Ursachen identifizierten Mediziner bislang unter anderem die fehlerhafte Faltung und Verklumpung von Eiweißstoffen, übermäßigen oxidativen Stress sowie Entzündungsreaktionen im Bereich der Nervenzellen.

Wie hängen Cannabinoide und zentrales Nervensystem zusammen?

CB1-Rezeptoren bilden eine der Andockstellen für Cannabinoide in unserem Körper. Ihr Hauptvorkommen liegt in den Nervenzellen. Geballt finden sie sich vor allem im Kleinhirn und dem sogenannten Hippocampus, der insbesondere für das Gedächtnis von Bedeutung ist.

Dass das Endocannabinoidsystem bei der Entwicklung von Nervenkrankheiten eine entscheidende Rolle spielt, entdeckten Wissenschaftler aus Dublin bei der Autopsie von Alzheimerpatienten. Die Gehirne der Erkrankten zeigten Veränderungen in den CB1- und CB2-Rezeptoren sowie in den Hauptimmunzellen des zentralen Nervensystems. Eine Einflussnahme auf das Endocannabinoidsystem durch die Einnahme von Cannabinoiden könnte laut den Autoren der Studie in den Verlauf von neurologischen Erkrankungen eingreifen.[1]

CBD kann Nervenzellen schützen

Beta-Amyloid ist ein Eiweißstoff, der gehäuft in den Ablagerungen (Plaques) im Gehirn von Alzheimerpatienten gefunden wird. Es fördert die Entstehung von freien Radikalen und gilt daher als toxisch für die Nervenzellen. Forscher vermuten, dass Cannabinoide durch einen antioxidativen Effekt diesem Prozess entgegenwirken könnten. Diese These bestätigte sich zunächst in einem Laborversuch, den Wissenschaftler aus Neapel durchführten: Hier hatten Zellen, die mit Beta-Amyloid konfrontiert wurden, unter der Zugabe von CBD bessere Überlebenschancen als ohne das Cannabinoid.[2]

Kann CBD die Bildung neuer Nervenzellen anregen?

Über die Stimulation des Endocannabinoidsystems hinaus kann CBD noch andere Rezeptoren im menschlichen Körper anregen. Forscher der Universität Rom entdeckten, dass Cannabidiol über die Aktivierung des PPARɣ-Rezeptors die Produktion von freien Radikalen hemmen und die Neubildung von Nervenzellen im Hippocampus fördern konnte. Insbesondere diese Hirnregion ist bei Alzheimer-Patienten häufig geschädigt.[3]

Bezogen auf den Einsatz von CBD bei neurodegenerativen Erkrankungen fehlen bislang leider belastbare Daten aus placebokontrollierten doppelblinden Studien. Allerdings weisen Tierversuche darauf hin, dass sich die Überprüfung lohnt: Im Tiermodell der Alzheimer Erkrankung demonstrierte CBD mehrfach, dass es schädigende Prozesse an den Nervenzellen bremsen und das Entstehen neuer Zellen anregen konnte.[4]

Eine einzige Studie an menschlichen Patienten mit Parkinson zeigte immerhin, dass CBD ihre Lebensqualität deutlich heben konnte, solange die Betroffenen keine psychiatrischen Begleiterkrankungen hatten.[5]

Kann CBD auch „schwache Nerven“ stärken?

Im übertragenen Sinn spricht man von einem schwachen Nervenkostüm, wenn Menschen schnell in Stress geraten und alltägliche Situationen bei ihnen Ängste auslösen. Auch hier könnte CBD durchaus zum gesteigerten Wohlbefinden beitragen. Der angstlösende Effekt von CBD ist in der medizinischen Forschung weithin bestätigt. Er zeigt sich auch in alltäglichen Situationen: Immerhin konnte CBD bei Versuchen, in denen die Probanden eine öffentliche Rede halten sollten, ihren Stress dabei deutlich reduzieren.[6]