Risiko Drogentest: Kann man CBD im Blut oder Urin nachweisen?

Juli 05, 2019

Arzt hält im Labor eine Blutprobe in der Hand

Obwohl CBD nicht als Rauschmittel gilt, können einige Produkte potenziell einen positiven Drogentest verursachen:

CBD wird aus Cannabis gewonnen – allein diese Tatsache verunsichert einige Konsumenten. Heißt das, ein möglicher Drogentest bei CBD-Anwendern könnte auf Marihuana-Konsum hinweisen? Diese Sorge ist bei reinem Cannabidiol völlig unbegründet. Dennoch existieren CBD Produkte, die die Gefahr eines positiven Drogentests erhöhen können. Welche das sind, verraten wir dir im Folgenden:

Kann man CBD im Blut nachweisen?

Cannabidiol und seine Abbauprodukte (7-carboxy-CBD, 7-hydroxy-CBD und 6-hydroxy-CBD) sind im Blut nachweisbar. Genauer gesagt, bildet sich ein stabiler CBD-Blutspiegel, während eine Person Cannabidiol konsumiert und kurz nachdem sie es abgesetzt hat. Wie sich der Verlauf des CBD-Levels im Blut gestaltet, beobachten Wissenschaftler im Rahmen von klinischen Studien. So erhielten 14 Patienten mit der Huntington-Krankheit 6 Wochen lang etwa 700mg CBD pro Tag (genauer: 10mg pro Kilogramm Körpergewicht). Während des Versuchs maß man bei den Teilnehmern einen durchschnittlichen CBD-Gehalt von 5.9 bis 11.2 ng pro Milliliter Blut.[1] In der ersten Woche nach dem Absetzen pendelte sich dieser Gehalt auf 1.5ng/ml ein und war nach Ablauf einer Woche nicht mehr feststellbar.

Dass der Maximalspiegel von CBD etwa 4 bis 5 Stunden nach der Einnahme erreicht wird, stellten Forscher fest, nachdem sie ihren Probanden eine hohe Einzeldosis von 1500mg CBD verabreichten.[2] Dabei wurde auch klar, dass die maximale Konzentration im Blut mit 541ng/ml im Blut das 50-bis 100-fache der oben beschriebenen Resultate erreichen kann, wenn die Anwender entsprechend hohe Mengen über mehrere Tage einnehmen. Anschließend vergingen 60 Stunden, bevor diese Maximalkonzentration sich halbiert hatte. CBD besitzt im Körper also eine relativ lange Halbwertszeit und lässt sich noch Tage nach dem Konsum nachweisen.

Lässt sich CBD im Urin auffinden?

Wer CBD einnimmt, scheidet seine Abbauprodukte mit dem Urin aus.[3] Doch in der medizinischen und juristischen Praxis hat dies keine Bedeutung: Gängige Drogentests, auch Urin-Schnelltests, reagieren nämlich nicht auf Cannabidiol und seine Derivate. Das hat den simplen Hintergrund, dass CBD in Deutschland nicht als Rauschmittel gilt. Anders als THC ist es nicht psychoaktiv und daher nicht im Betäubungsmittelgesetz als verbotene Substanz aufgeführt.



Wonach suchen die gängigen Drogentests?

Drogentests für Blut oder Urin suchen nach Substanzen, die laut Betäubungsmittelgesetz als nicht verkehrsfähige Substanz klassifiziert sind. Das sind in erster Linie

  • Opiate (inklusive Heroin, Morphin, Codein und Opium)
  • Kokain
  • Amphetamine (inklusive MDMA, Meth und Speed)
  • PCP
  • Cannabinoide

Im Falle der Cannabinoide detektieren die Tests THC und sein Haupt-Abbauprodukt THC-COOH (11-Nor-9-carboxy-Δ9-THC). Wer also reine CBD-Produkte konsumiert, sollte keine positiven Resultate in einem Urin- oder Bluttest befürchten müssen. Unter bestimmten Bedingungen kann dies allerdings doch eintreten:

Wann kann es nach CBD Konsum beim Drogentest Probleme geben?

In Deutschland ist für CBD-Produkte ein THC-Grenzwert von 0,2 Prozent festgelegt. Natürliche CBD Extrakte stammen deshalb aus Cannabis-Pflanzen, die ihrerseits einen verschwindend geringen THC-Gehalt aufweisen. Dosieren die Anwender ein CBD Öl, CBD Spray oder Kapseln auf der Basis von Vollspektrum Extrakten nach Empfehlung der Hersteller, müssen sie nicht befürchten, dass ein Drogentest auf Spuren von THC im Blut oder Urin reagiert. Anders ist es jedoch bei extrem hohen Dosiermengen und bei CBD-Produkten, die höhere THC-Gehalte aufweisen. Das kann zum Beispiel bei Produkten aus der Schweiz der Fall sein, die per Gesetz dem Grenzwert von 1 Prozent THC unterliegen.

Wie sich dies auf die Fahrtüchtigkeit auswirken kann, untersuchten Schweizer Wissenschaftler: Sie ließen ihre Probanden Joints aus CBD-Blüten rauchen – manche nur ein einziges Mal, andere 2-mal täglich über 10 Tage. Die Einmalraucher erlangten dabei einen THC-Gehalt von 2,7ng/ml im Blut, während die Dauer-Konsumenten ganze 4.5ng/ml erreichten.[4] Beide Werte übersteigen die in Deutschland herrschenden Grenzwerte deutlich. Wer also CBD Produkte mit höherem THC-Gehalt aus dem Ausland bezieht, sollte das Risiko eines positiven Drogentests berücksichtigen.

Ab welchem THC-Grenzwert verliere ich den Führerschein?

Wer in Deutschland mit mehr als 0,1ng/ml THC im Blut am Steuer erwischt wird, handelt ordnungswidrig. Zwar reicht ein Wert von 0,1ng laut BGH für einen Führerscheinentzug nicht aus, doch müssen die Fahrer mit einem Bußgeld von 500€ rechnen. Unter 0,2ng THC im Blut muss der Führerschein nicht automatisch weg sein, allerdings ist ein medizinisch-psychologisches Gutachten (MPU) in diesem Fall zwingend. Der Betreffende muss die Kosten dafür selbst übernehmen und erhält zusätzlich 4 Punkte im Flensburger Verkehrsregister.

CBD: Worauf sollte ich achten, um keine Probleme bei Verkehrskontrollen zu bekommen?

Zunächst einmal verursacht CBD weder die charakteristischen roten Augen, noch die erweiterten Pupillen, an denen Polizisten den Konsum von Drogen festmachen. Wer CBD regelmäßig einnimmt, sollte Produkte wählen, die an die deutschen THC-Grenzwerte angepasst sind und aus seriösen Quellen stammen. CBD Öle, Kapseln und Cremes besitzen standardisierte CBD-Gehalte pro Dosierung und sind damit gut kontrollierbar. Bei CBD Blüten können Konsumenten – abgesehen davon, dass die Ware in Deutschland illegal ist – nicht abschätzen, wie viel THC sie gleichzeitig aufnehmen. Sicher gehst du also damit, CBD als Nahrungsergänzungsmittel in der vom Hersteller empfohlenen Dosierung einzunehmen.