Hilft CBD Magen und Darm? Cannabidiol und der Verdauungstrakt

April 22, 2019

Schematische Darstellung ds Magens und des Darms

Aktuelle Studien geben Hinweise, dass CBD das Wohlbefinden bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen steigern könnte

Ein gutes Bauchgefühl ist nicht nur im übertragenen Sinne wichtig: Dass der Verdauungstrakt reibungslos funktioniert, ist essenziell für das allgemeine Wohlbefinden. Doch gerade hier liegt ein Problem: Schätzungen zufolge erleben 29 Prozent der europäischen Bevölkerung wiederkehrende Verdauungsstörungen; insgesamt 400.000 Patienten in Deutschland leiden an chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen. Könnte CBD Öl hier zur Linderung der Symptome beitragen? Im Folgenden erfährst du, wie das Endocannabinoidsystem mit dem Verdauungstrakt zusammenspielt und was aktuelle Studien zu CBD bei Darmkrankheiten herausgefunden haben:

Was macht ein gesundes Verdauungssystem aus?

Die Gesundheit unseres Darmtraktes ist nicht allein unsere Angelegenheit, sondern auch die von Billionen Mikroorganismen. Ihre Aufgabe ist es, die Verdauung zu unterstützen, potenzielle Gifte zu neutralisieren, Vitamine zu bilden und mit dem Immunsystem zu kommunizieren. Ist die Bakterienbesiedlung im Darm dagegen krankhaft gestört, können chronische Darmentzündungen und sogar psychische Krankheitsbilder die Folge sein: Tierversuche haben bereits gezeigt, wie die Veränderung der Darmflora bei Mäusen eine erhöhte Ängstlichkeit und die Neigung zu Depressionen mit sich bringt. Auch bei Patienten mit einer Posttraumatischen Belastungsstörung entdeckte man Veränderungen im Vorkommen spezieller Darmbakterien. Kein Wunder also, dass unser Darmtrakt von einigen Wissenschaftlern auch als „Darmhirn“ bezeichnet wird. Ein Bauchgefühl wäre demnach kein vages Empfinden, sondern unter Umständen das Resultat der kollektiven Intelligenz von Billionen Darmbakterien.

Wie wirken Cannabinoide auf den Darm?

Das menschliche Endocannabinoidsystem erstreckt sich auch auf unsere Verdauungsorgane. CB1-Rezeptoren befinden sich in Magen und Darm und ermöglichen dort, dass (Endo)-Cannabinoide Appetit und Sättigung steuern.[1] Darüber hinaus beeinflussen sie die Motilität, d.h. die Bewegungen, welche unsere Nahrung durch den Verdauungstrakt manövrieren. Schließlich könnte sich das antientzündliche Potenzial mancher Cannabinoide positiv auf die Darmschleimhaut auswirken und in Wechselbeziehung mit einer gesunden Darmflora stehen:

Bei welchen Darmerkrankungen könnte CBD das Wohlbefinden unterstützen?

Eine bekannte chronische Darmerkrankung ist das Reizdarmsyndrom. Über seine Ursache sind sich Mediziner bis heute im Unklaren – seine Symptome beeinträchtigen dennoch stark die Lebensqualität der Betroffenen: Durchfall, Blähungen, Krämpfe und Verstopfung sind die Folge. Stress, eine Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Nahrungsmitteln oder die Einnahme von Hormonpräparaten wie der „Pille“ können hier schubartige Beschwerden auslösen.

Aktuell arbeiten Wissenschaftler an einer Theorie, welche die chronischen Schmerzen beim Reizdarmsyndrom, die kaum auf äußere Faktoren zurückgeführt werden können, durch einen Mangel an Endocannabinoiden erklärt (Clinical Endocannabinoid-deficiency Syndrome).[2] Hier könnte eine Zufuhr von pflanzlichen Cannabinoiden wie CBD sich eventuell positiv auswirken und schmerzhafte Beschwerden reduzieren. Diese These stützen zahlreiche Erfahrungsberichte von Reizdarmpatienten, deren Lebensqualität CBD steigern konnte.

CBD und chronisch-entzündliche Darmerkrankungen und CBD

Bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa liegen Entzündungen des Darmtraktes vor, die schubweise starke Beschwerden verursachen. Mediziner vermuten die Auslöser in einer Autoimmunreaktion. Dass Cannabispräparate hier die Beschwerden lindern können, ist allgemein bekannt.[3] Eine Studie aus dem Jahr 2011 untersuchte darüber hinaus die Mechanismen, mit denen CBD als Einzelsubstanz positiven Einfluss auf entzündliche Prozesse im Darm ausüben könnte: Den Ergebnissen zufolge kontrolliert es die Aktivierung enterischer Gliazellen. Diese Zellen setzen wiederum vermehrt Wachstumsfaktoren und entzündliche Signalstoffe (Zytokine) frei. Im Übermaß können sie Entzündungen erzeugen. Durch die modulierenden Fähigkeiten von CBD könnten diese Prozesse abgemildert werden.[4]