CBD und Neurodermitis – hilft Cannabidiol beim atopischen Ekzem?

April 21, 2019

Frau hält sich den Unterarm

Salben mit dem Cannabinoid PEA lindern bereits Symptome von Neurodermitis-Betroffenen. Auch für CBD liegen vielversprechende Studienergebnisse vor:

Es juckt, schuppt, brennt und treibt die Betroffenen zuweilen fast in den Wahnsinn – Neurodermitis ist eine Hauterkrankung, die die Lebensqualität deutlich mindert und die Nerven strapaziert. Etwa 4 Prozent der Erwachsenen und bis zu 15 Prozent der Kinder in Deutschland müssen dauerhaft mit den beschriebenen Symptomen leben. Sowohl Endocannabinoide als auch pflanzliche Cannabinoide werden von Wissenschaftlern aktuell als potenzielle Therapeutika untersucht. Ob CBD Öl oder andere CBD Produkte bei Neurodermitis helfen können, beleuchten wir im Folgenden:

Was ist Neurodermitis?

Die Krankheit beginnt meist im Säuglingsalter und zeigt sich im sogenannten Milchschorf, der Kopfhaut und Gesicht des Babys bedeckt. Arme und Beine bilden typische „Beugeekzeme“ an Gelenken, Ellenbogen und Kniekehlen aus. Hier ist die Haut gerötet und extrem trocken. Schuppige und nässende Stellen können auch um den Mund herum auftreten.

Häufig verschwindet Neurodermitis mit der Pubertät. Bleibt sie im Erwachsenenalter bestehen, entwickeln sich lederartig verdickte Stellen der Gesichtshaut und Hautknoten am Körper. Auch hier sind Arme und Beine - besonders an den Innenseiten der Gelenke - vergleichsweise stark betroffen. Die Symptome, die stets von quälendem Juckreiz begleitet werden, treten schubweise auf.

Welche Ursache hat Neurodermitis?

Die typischen Beschwerden der Neurodermitis intensivieren sich, wenn das Immunsystem der Betroffenen übermäßig auf äußere oder innere Reize reagiert. Sowohl Nahrungsmittel als auch Stresssituationen können hier die Auslöser darstellen. Mediziner gehen davon aus, dass der Krankheit eine genetische Veranlagung zugrundeliegt. Immerhin besteht ein 40-prozentiges Risiko des Erkrankens eines Kindes, wenn eines seiner Elternteile an Neurodermitis leidet.

Helfen Endocannabinoide gegen die Symptome von Neurodermitis?

Da das Endocannabinoidsystem eng mit dem Immunsystem zusammenspielt, liegt die Überlegung nahe, überschießende Immunreaktionen mit Cannabinoiden zu beeinflussen. Immerhin befinden sich Cannabinoidrezeptoren auch auf den Nervenfasern der Haut. Forscher aus München führten einen derartigen Versuch im Jahre 2008 mit dem Cannabinoid N-Palmitoylethanolamin (PEA) durch. Hierbei sollten 2456 Neurodermitis-Betroffene eine Hautcreme mit PEA nutzen, um ihre strapazierten Hautareale zu pflegen. Laut ihren Berichten konnte diese bei 60 Prozent der Studienteilnehmer Beschwerden wie schuppige Haut, Rötungen, Juckreiz und Ekzeme lindern. 56 Prozent der Betroffenen konnten auf Kortisonpräparate verzichten; andere reduzierten ihre Dosis um bis zu 62 Prozent.[1]

Können pflanzliche Cannabinoide wie CBD bei Neurodermitis unterstützend wirken?

Kann auch CBD ähnliche Effekte wie PEA ausüben? Bislang liegen dazu keine belastbaren Daten aus placebokontrollierten klinischen Studien vor. Allerdings demonstrieren Tierversuche, dass CBD antientzündliche und das Immunsystem unterdrückende Wirkungen besitzt.[2] Wissenschaftler betrachten Cannabinoide deshalb als potenzielle zukünftige Therapeutika für Hautkrankheiten wie Neurodermitisaber auch Akne, Kontaktallergien, Schuppenflechte und krankhaften Juckreiz.[3]

Darüber hinaus belegen Studien, dass CBD sowohl die Aktivität von Talg bildenden Zellen mindert,[4] als auch die Produktion von hornbildenden Zellen (Keratinozyten) hemmt.[5] Beide Mechanismen können helfen, einen gestörten Hautstoffwechsel wieder in Einklang zu bringen.

Wie können Patienten mit Neurodermitis Cannabinoide nutzen?

Empfehlenswert ist hier der direkte Auftrag auf die Haut. Cannabinoide sind fettlöslich und verfügen über eine hohe Fähigkeit auf dem Weg über die Haut (transdermale Passage) in den Organismus zu gelangen. Falls Neurodermitis-Betroffene einen CBD Balsam für sich ausprobieren, sollten sie zu einem Produkt greifen, das auf einem Vollspektrum Extrakt basiert. Hier können die Anwender vom Entourage Effekt durch weitere pflanzliche Cannabinoide, Terpene und Flavonoide profitieren. Die weiteren Rohstoffe von Pflegeprodukten sollten natürlich und hoch verträglich sein. Dies ist zum Beispiel bei Sheabutter, Kakaobutter und Bienenwachs der Fall. Wer eine empfindliche Haut hat, sollte ausschließlich CBD Balsam und Creme nutzen, die keine künstlichen Konservierungsstoffe und Duftstoffe enthalten.