Hanfprotein für den Muskelaufbau - was sind die Vorteile?

Juli 24, 2019

Hanfprotein und Hanfsamen in Schüsseln auf Holzbrett

Hanf statt Steaks? Die Forschung beweist, dass pflanzliches Protein Rindfleisch in puncto Gesundheitswert übertrifft.

Kinder im Wachstum, Kraftsportler und Senioren – für einige Menschen sind Proteine in der Nahrung besonders wichtig. Einen erhöhten Bedarf unterstützten Betroffene am besten mit Proteinpulver. Doch statt Pulver aus tierischen Rohstoffen können auch pflanzliche Produkte die gewünschten Nährstoffe liefern. Hier liegt Hanfprotein aktuell stark im Trend. Was seine Vorteile ausmacht, erfährst du im Folgenden:

Wer braucht überhaupt Extra-Proteine?

Proteine sind die Baustoffe unseres Körpers und bilden vor allem unsere Muskulatur. Kein Wunder also, dass insbesondere Kraftsportler und Bodybuilder einen erhöhten Bedarf haben. Während ein unsportlicher Mensch mit etwa einem Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht täglich auskommt, brauchen die menschlichen Kraftpakete etwa 1,8 bis 2,2 Gramm Eiweiß pro Kilogramm. Um dieser Menge zu entsprechen müsste ein 90 Kilo schwerer Bodybuilder täglich 800g Rindersteak essen. Leichter und gesünder funktioniert die gesteigerte Eiweißaufnahme dagegen mit Proteinpulvern aus Molke, Soja und Hanf.

Was ist das Besondere an Hanfprotein?

Vor etwa 100 Jahren entwickelte der deutsche Ernährungswissenschaftler Karl Thomas das Modell der biologischen Wertigkeit von Eiweiß. Es stufte tierische Nahrungsmittel generell höher ein als pflanzliche und setzte sich lange Zeit in den Köpfen der Konsumenten fest. Heute wissen Forscher: Diese Gleichung entspricht nicht der Realität. Die WHO nutzt mit dem Aminosäureindex (PDCAAS) derzeit eine komplett überarbeitete Skala, die zeigt: Pflanzen wie Soja übertreffen Rindfleisch in ihrem biologischen Wert für den menschlichen Körper. Doch auch Hanf besitzt einen vergleichbare Proteinqualität wie Soja. Insbesondere die folgenden Aminosäuren enthalten Hanfsamen in hohem Anteil:

 

  • Isoleucin
  • Leucin
  • Lysin
  • Methionin
  • Phenylalanin
  • Theronin
  • Tryptophan
  • Valin

 

Hanf oder Soja – was macht den Unterschied?

Selbst in der Body-Building-Szene findet man den Trend zur veganen Ernährung. Das überrascht nicht, wenn man bedenkt, wie viel Cholesterin und Fett es mitbringt, wenn man versucht, einen hohen Proteinbedarf mit tierischen Produkten zu decken. Von zweifelhaften Haltungsbedingungen einmal ganz abgesehen.

Deshalb wählen Kraftsportler gern Sojaprodukte als vegane Proteinpulver-Variante. Doch dieser Rohstoff hat eigene Nachteile. Da die heutigen Sojasorten für die Mast von Rindern und Schweinen optimiert werden, wurde sie häufig genetisch verändert. Darüber hinaus ist der Sojaanbau ökologisch zweifelhaft, wenn ihm riesige Regenwaldgebiete in Südamerika zum Opfer fallen.

Welche Inhaltsstoffe stecken noch in Hanfprotein?

Obwohl die Hanfsamen zur Herstellung von Hanfprotein entfettet werden, enthält das Pulver noch etwa 10 Prozent Fettanteil. Dabei ist Hanf besonders reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren wie Omega-3 und Omega-6. Zusätzlich sind beide Fette in Hanfsamen in einem besonders günstigen Mengenverhältnis enthalten. Heute weiß die Forschung nämlich, dass viele Entzündungsreaktionen im Körper auf einen Überhang von Omega-6-Fetten zurückgeführt werden können. Er könnte damit ein essenzieller Risikofaktor für die Entstehung von Herz-Kreislauferkrankungen sein. In der westlichen Ernährung nehmen wir zuweilen die 15- bis 20-fache Menge an Omega-6-Fettsäuren im Vergleich zu Omega-3-Fettsäuren auf. Empfohlen wird dagegen ein Verhältnis von 5:1. Hanfsamen liegen mit einem Verhältnis von 3:1 sogar leicht darunter und helfen, Ernährungsfehler wieder auszugleichen.

Welche Dosis ist empfehlenswert?

Wie bereits empfohlen: Wenn du intensiv Kraftsport betreibst, solltest du am Tag 1,8g Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht konsumieren. Und das nicht nur an Trainingstagen. Im Idealfall rechnest du mithilfe eines Nährwertrechners aus, wie viel Protein deine täglichen Mahlzeiten liefern. Was dann noch fehlt, kannst du mit Hanfprotein-Pulver ausgleichen. Das Pulver schmeckt mit seinem nussigen und erdigen Aroma am besten in Smoothies, Shakes und Müsli.

Worauf muss ich beim Einkauf achten?

Hanfprotein solltest du nur in Bioqualität kaufen und dabei auf einen zertifizierten Anbau und regelmäßige Schadstoffuntersuchungen achten. Da Hanfprotein rund 10 Prozent Fett enthält, solltest du das Pulver nach dem Anbruch im Kühlschrank lagern, damit es nicht ranzig wird.