Was ist der Entourage-Effekt?

Februar 28, 2019

zwei Menschen schieben Puzzleteile zusammen

Neben Cannabidiol liefern CBD-Extrakte weitere Pflanzenstoffe aus Nutzhanf. Das bringt Vorteile mit:

Entourage (franz.) bedeutet „Begleitung“ oder „Gefolge“. In der medizinischen Forschung bezeichnet der Entourage-Effekt deshalb das komplexe Zusammenwirken der verschiedenen Inhaltsstoffe, die gemeinsam in einer Pflanze vorkommen. Einzelne Substanzen wirken hier in Kombination miteinander häufig anders als in der isolierten Form.

Beispiele für solche Synergie-Effekte liefert die Ernährungswissenschaft: Isst Du einen rohen Apfel, steigt dein Blutzuckerspiegel anschließend wesentlich langsamer an, als beim Trinken des frisch gepressten Apfelsaftes aus derselben Frucht. Hier erhöht sich der Blutzucker wesentlich schneller, um dann auch früher wieder abzufallen.

Was macht die ganze Frucht ernährungsphysiologisch wertvoller? Vor allem die Ballaststoffe in Schale und Fruchtfleisch. Sie sorgen dafür, dass der Zucker allmählich in die Blutbahn abgegeben wird.

Welche Bestandteile wirken in CBD-Hanf zusammen?

Auch in Cannabis sind außer CBD noch diverse weitere Inhaltsstoffe aktiv, welche die Wirkung positiv mitbestimmen. Sie gehören, wie Cannabidiol, zur Gruppe der Phytocannabinoide, zu den Flavonoiden und den Terpenen. Letztere finden sich auch in vielen anderen Pflanzen. Sie sind verantwortlich für den Duft und das Aroma. Ähnlich den Bestandteilen eines Parfums komponieren sie die ätherischen Öle der Pflanzen.

In Hanfblättern und -blüten sind unter anderem folgende Terpene enthalten:

  • Pinen
  • Myrcen
  • Phellandren
  • Limonen
  • Cineol

Sie kommen auch in Eukalyptus, Zitrusfrüchten, Fichtennadeln oder Minze vor.

Welche CBD-Produkte garantieren den Entourage-Effekt?

Unter CBD-Produkten existieren zwei Varianten. Eine basiert auf isoliertem Cannabidiol in kristalliner Form. Je nach Bedarf setzen Hersteller diese CBD-Kristalle, CBD Öl, Schokolade oder Hautcremes zu. Die andere Produktvariante basiert auf CBD-Extrakt. Für ihn gewinnt man die Inhaltsstoffe von Nutzhanf per CO2-Extraktion. Dabei löst das Gas sämtliche Cannabinoide, Flavonoide und Terpene aus den Pflanzenteilen, die im Rohprodukt enthalten sind. Für einen CBD-Extrakt ohne Drogenwirkung kann daher nur Nutzhanf verwendet werden, der einen THC-Gehalt unterhalb der EU-Grenzwerte aufweist.

Weil sämtliche Inhaltsstoffe der Pflanze enthalten sind, bezeichnet man den gewonnenen Extrakt auch als „Vollspektrum Extrakt“. CBD Öle, Bonbons, Gummibärchen oder Balsame, die mit Vollspektrum Extrakt hergestellt wurden, bringen die besten Voraussetzungen für den Entourage-Effekt mit.

Wie wirken die unterschiedlichen Inhaltsstoffe von CBD Extrakten?

Dass CBD bereits in wissenschaftlichen Studien eine effektive Wirkung gegen Stress demonstrierte, betonen Anbieter von CBD Öl natürlich gern. Doch kaum jemand weiß, dass es auch für viele andere Komponenten, die sich in Vollspektrum Extrakten finden, Hinweise auf günstige Wirkungen gibt. So konnten Forscher zeigen, dass Cannabigerole im Laborversuch das Wachstum von Krebszellen hemmen.[1] Cannabichromene wirkten im Tiermodell lindernd auf Darmentzündungen.[2] Für Tetrahydrocannabivarin existieren sogar klinische Studien: Bei Typ-2-Diabetikern senkte die Einnahme den Nüchternblutzucker.[3]

Auch die einzelnen Terpene in Cannabis, werden mit charakteristischen Wirkungen assoziiert. So scheint Pinen Entzündungen zu hemmen[4] und Limonen angstlösende Eigenschaften zu besitzen.[5]

Im Verbund besser als allein?

Der Entourage-Effekt meint nicht nur die Summe von Einzelwirkungen, sondern die Art, in der sich Substanzen gegenseitig in ihrem Effekt steigern können. Wissenschaftler vermuten bereits seit einiger Zeit, dass zwischen den Cannabis-Inhaltsstoffen eine Synergiewirkung besteht. Um ihr auf die Spur zu kommen, verglichen Forscher in Labor- und Tierversuchen, wie sich die Wirkung von THC allein von der eines Vollspektrum-Extrakts unterscheidet, wenn sie auf Krebszellen treffen. Dabei zeigte der Vollspektrum-Komplex eine signifikant größere Hemmwirkung auf ihr Wachstum als das THC.[6]

Wie der oben erwähnte Apfel könnte sich auch Cannabis in seiner vollständigen Form als gesünder erweisen. Obgleich fundierte Beweise aktuell noch ausstehen, empfehlen Fachleute daher, CBD Produkte auf der Basis von Vollspektrum-Extrakten zu kaufen.