Darf man CBD Hanf selbst anbauen? So sieht die Rechtslage aus

Juni 24, 2019

Kleine CBD Hanfpflanze im Sonnenlicht

Dass Nutzhanf unter 0,2 Prozent THC aufweist, erlaubt nicht automatisch den Anbau. Hier lohnt ein Blick ins Betäubungsmittelgesetz:

Cannabis als Medizin ist hierzulande seit März 2017 legal. Ab 2019 soll dafür auch Hanf aus deutschem Anbau verwendet werden. Heißt das, dass in Zukunft jeder seine eigenen Pflanzen anbauen darf? Und wie sieht es mit CBD Hanf ohne THC aus? Dürfen die Nutzhanf-Pflanzen ohne psychoaktive Inhaltsstoffe in jedem Garten stehen?

CBD Hanf im eigenen Garten – ist das legal?

Wer Cannabis als Rauschmittel anbaut, begeht in Deutschland einen Straftatbestand. Schließlich wird der Inhaltsstoff THC ist im Betäubungsmittelgesetz als nicht verkehrsfähige Substanz aufgeführt. Hanf, aus dem CBD Öl gewonnen wird, weist hingegen nur einen THC-Gehalt von unter 0,2 Prozent auf. Viele Anwender glauben deshalb, dass man CBD Hanf selbst anbauen darf – immerhin sind auch CBD Produkte mit einem THC-Gehalt unter 0,2 Prozent in Deutschland legal.

Doch der Anbau von Nutzhanf für den eigenen Konsum ist gesetzlich untersagt – ganz gleich, wie niedrig der THC-Gehalt ausfällt. Die Grundlage für das Verbot bildet ein Zusatz im Betäubungsmittelgesetz (§ 1, Absatz 1, Anlage 1). Demzufolge ist der Hanf-Anbau nur erlaubt, wenn er gewerblichen oder wissenschaftlichen Zwecken dient. Diese Regelung will ausschließen, dass Privatpersonen sich aus großen Mengen Nutzhanf doch noch Rauschmittel extrahieren. „Gewerbliche Zwecke“ bedeutet in diesem Zusammenhang, dass der Hanf nach dem Anbau weiterverarbeitet werden muss – etwa zu Nahrungsergänzungsmitteln oder Kosmetika.

Nicht jeder, der aus CBD Hanf anschließend Öle oder Cremes gewinnen will, darf aber die Pflanze auch anbauen. Dies ist speziellen Betrieben vorbehalten:

Welche Betriebe dürfen in Deutschland CBD Hanf anbauen?

Hierzulande dürfen ausschließlich landwirtschaftliche Betriebe Nutzhanf anbauen, die sich dafür offiziell registrieren lassen. Dazu muss die Größe des Hofes eine festgelegte Mindestgröße erreichen und der Anbau auf der Basis von EU-zertifizierten Cannabis-Sorten erfolgen. Die selbst erzeugten Samen dürfen nicht wieder ausgesät werden, weil das Risiko besteht, dass sich der THC-Gehalt durch genetische Rückkreuzung wieder erhöht.

Sämtliche Gewerbe, die sich im weiteren Umfeld der Landwirtschaft befinden, sind per Gesetz vom Nutzhanf-Anbau ausgeschlossen. Dazu gehören Betriebe der Forstwirtschaft, des Garten- und Weinbaus, der Fischzucht, der Teichwirtschaft, der Imkerei, der Binnenfischerei und der Wanderschäferei.

Gibt es in Deutschland Landwirte, die CBD Hanf anbauen?

Ja. Seit CBD vielfach positiv in die Schlagzeilen geriet, wenden sich Landwirte vermehrt der Hanfpflanze zu. Auf dem Hof von Josef Bayer in Kronach finden Interessierte sogar ein CBD Hanf-Feld zum Selberpflücken. Doch auch diese Quelle dürfen Privatpersonen nicht nutzen. Um mit dem Gesetz nicht in Konflikt zu geraten, verkauft Bayer den CBD-reichen Hanf nur an Gewerbetreibende, die eine Weiterverarbeitung berücksichtigen.

Wie sieht die Rechtslage zum Handel mit CBD Blüten, Tee und Hanfsamen aus?

CBD Blüten unterliegen ebenfalls dem § 1 des Betäubungsmittelgesetzes. Er besagt, dass die Abgabe von unverarbeiteten Nutzhanf-Pflanzenteilen nur an Gewerbetreibende und wissenschaftliche Institute gestattet ist. De facto machen sich Händler in Deutschland mit dem Verkauf von CBD Blüten an Privatpersonen strafbar. Dies betonte zuletzt die Berliner Polizei, als sie Ende 2018 vermehrt Razzien bei Spätkauf-Läden und Online-Händlern durchführte.

Als Kunde muss man zwar keine strafrechtlichen Konsequenzen befürchten – jedoch müsste ein Nutzer der Polizei im Zweifelsfall beweisen, dass es sich um CBD Blüten handelt, wenn er damit aufgegriffen wird. Im Falle einer Verkehrskontrolle könnte sogar ein Drogentest angeordnet werden und es besteht die Gefahr eines Führerscheinentzugs oder einer MPU, falls die Blüten aus unseriöser Quelle wider Erwarten mehr THC enthalten als angegeben.

CBD Tee ist prinzipiell nichts anderes als zerkleinerte Nutzhanf-Blüten und -Blätter. Legt man das Betäubungsmittelgesetz eng aus, ist auch hier der Grad der Weiterverarbeitung nicht umfassend genug, um Missbrauch auszuschließen. Händler die CBD Tee anbieten, laufen somit auch Gefahr, strafrechtlich verfolgt zu werden.

Darüber hinaus dürfen in Deutschland dürfen an Privatpersonen keine Hanfsamen verkauft werden, aus denen sich Cannabis-Pflanzen ziehen lassen.