Die rechtliche Lage von CBD

März 28, 2019

Die rechtliche Lage von CBD

Viele Nutzer sind unsicher, ob sie für CBD Produkte ein ärztliches Rezept benötigen

Im Jahre 2017 wurde Cannabis als verschreibungspflichtiges Medikament legalisiert. Doch wie verhält es sich mit dem Cannabis-Inhaltsstoff CBD? Gilt dieser hierzulande als rezeptpflichtiges Medikament oder als Nahrungsergänzungsmittel? Und wie verhält es sich, wenn CBD Produkte den Vollspektrum Extrakt aus der Cannabispflanze enthalten?

CBD ist ein Medikament und ein Nahrungsergänzungsmittel

Die Frage, ob CBD ein Medikament ist, lässt sich nur mit ja und nein beantworten. Als Bestandteil von Cannabismedikamenten ist CBD selbstverständlich verschreibungspflichtig. Allerdings enthalten die betreffenden Präparate oder Cannabisblüten aus der Apotheke stets auch psychoaktives THC in kontrollierter Dosierung. Reines CBD als Medikament können Mediziner theoretisch auf Rezept verschreiben - frei verkauft wird es als Nahrungsergänzungsmittel. Dieser Doppelstatus ist nicht ungewöhnlich. Er betrifft auch Mikronährstoffe wie Eisen oder Vitamin C. Wenn sie zur Therapie einer Krankheit vom Arzt verordnet werden, geschieht dies auf Rezept. Zur Selbstbehandlung kannst du sie jederzeit in der Drogerie kaufen. Auch CBD ist in Deutschland unter zwei Bedingungen frei erhältlich: so lange ein CBD Produkt aus EU-kontrolliertem Cannabisanbau stammt und einen THC-Gehalt von unter 0,2 Prozent aufweist.

Sonderfall CBD-Blüten

Als Nutzhanf für CBD-Produkte züchtet man Cannabis-Sorten, die ihrerseits einen verschwindend geringen THC-Gehalt aufweisen. Hier liegt der Schluss nahe, dass auch die Blüten mit weniger als 0,2 Prozent THC frei verkäuflich und nicht verschreibungspflichtig sein könnten. Allerdings gibt es hier gesetzlich eine Einschränkung. Paragraf 1 (Abs. 1, Anlage I) des Betäubungsmittelgesetzes besagt, dass rohe Pflanzenteile von Cannabis nur zu wissenschaftlichen oder gewerblichen Zwecken abgegeben werden dürfen. Das Oberlandesgericht Hamm legte 2016 fest, dass gewerbliche Zwecke vornehmlich den Verarbeitungsprozess meinen. Verarbeitete CBD-Produkte wie CBD Öl, CBD Kapseln oder CBD Balsam sind demnach legal erwerblich – bei Händlern von CBD-Blüten gab es dagegen in Berlin und Braunschweig bereits Polizeieinsätze. Wer medizinisches Cannabis rauchen will, muss sich daher ein Rezept besorgen.

Gibt es CBD-Medikamente ohne THC?

Das erste Medikament, das natürliches CBD als Einzelwirkstoff enthält, wurde 2018 in den USA zugelassen. Dort soll das Präparat namens Epidiolex insbesondere bei Formen kindlicher Epilepsie in Anwendung kommen. Vorab genoss CBD in den USA den Status einer „Orphan Drug“. Dies bezeichnet ein Medikament für seltene Krankheiten, bei denen Pharmafirmen wenig wirtschaftliches Interesse an der Entwicklung von Wirkstoffen haben. CBD wurde in diesem Rahmen ärztlich gegen Symptome des West-Syndroms, bei Tuberöser Sklerose, Perinataler Asphyxie und dem Graft-versus-host-Syndrom verordnet.

Der Hersteller hat Epidiolex bereits Ende 2018 zur Genehmigung bei den EU-Behörden eingereicht – mit einer baldigen Zulassung in Deutschland wird gerechnet.

CBD als Medikament – übernehmen die Krankenkassen die Kosten?

Weder für CBD noch für medizinische Cannabis-Präparate übernehmen die Krankenkassen automatisch die Kosten. Jeder Patient muss hier einzeln einen Übernahmeantrag bei seiner Krankenkasse stellen. Für das Gesundheitssystem selbst könnten mehr Verschreibungen von Cannabis-Medikamenten durchaus einen Kostenvorteil bringen. Immerhin könnten sie teilweise die Verschreibung für opioide Schmerzmittel ersetzen, welche die Kassen jährlich 174 Millionen Euro kosten. Aktuell verzeichnen Statistiken in Deutschland etwa 40.000 Patienten, die sich Cannabis auf Rezept verschreiben lassen.

Wie kann ich CBD kaufen?

Falls du selbst CBD für dich ausprobieren willst, kannst du es bei seriösen Online-Anbietern in Form von Nahrungsergänzungsmitteln kaufen. In Apotheken und Drogerien sind die Produkte leider noch weithin unbekannt. Für den Kauf von CBD Öl und anderen Formen verarbeiteter CBD Produkte benötigst du kein Rezept und bewegst dich auf völlig legalem Terrain. Natürlich auch dann, wenn die Produkte auf dem Vollspektrum Extrakt der Cannabis-Pflanze basieren.

Falls du dich aufgrund einer Krankheit, z.B. Epilepsie, für das Potenzial von CBD als Medikament interessierst, solltest du deinen behandelnden Facharzt darauf ansprechen. Auch in diesem Fall ist es nicht abträglich, Nahrungsergänzungsmittel mit CBD zu konsumieren. Deinen Arzt solltest du dennoch darüber informieren, damit er mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten ausschließen kann.