CBD Öl – wie sehen die Erfahrungen von Anwendern aus?

September 06, 2019

Frau sitzt auf Sofa in der Sonne und streckt sich

Praxis vs. Forschung: Subjektive Erfahrungsberichte von CBD-Nutzern scheinen Studienergebnisse zu stützen

CBD Öl liegt aktuell stark im Trend: Während überregionale Printmedien über das neue Nahrungsergänzungsmittel berichten, warten bereits innovative Medikamente auf Cannabidiol-Basis auf ihre Zulassung. Doch halten CBD Produkte in der Praxis, was die Berichterstattung verspricht? Im Folgenden werfen wir einen Blick auf die persönlichen Erfahrungen der Anwender:

CBD Öl – von welchen Erfahrungen berichten Nutzer am häufigsten?

Individuelle Erlebnisse mit CBD Öl als Nahrungsergänzungsmittel sind online für jeden Interessierten einsehbar. In Blogs, auf Hanf-Portalen oder im Rezensionsbereich der großen Shops – überall berichten Anwender, wie sie den Nutzen von Cannabidiol persönlich erleben. Zwei Themengebiete sind dabei besonders präsent:

CBD Öl, Schlaf und Stimmung

Dass Cannabidiol einen angstlösenden und beruhigenden Effekt ausüben kann, beobachteten Wissenschaftler bereits in Versuchen zu Lampenfieber und Publikumsangst.[1] Eine vergleichbare beruhigende Wirkung bestätigen auch zahlreiche Anwender, die sich online über Cannabidiol austauschen. Dort erzählen Nutzer, dass sie erleben, wie ihre Ängste mit CBD Öl in den Hintergrund rücken, wie sie sich insgesamt ruhiger fühlen und sich besser konzentrieren können.

Andere Erfahrungsberichte beschreiben, wie Anwender mit einigen Tropfen Cannabidiol Öl am Abend besser einschlafen und eine erholsamere Nachtruhe genießen können. Einzelne Personen empfinden darüber hinaus, dass sich ihre Stimmung mit CBD Öl deutlich hebt. Personen, die berichten, früher unter Traurigkeit und depressiven Phasen gelitten zu haben, registrierten nach eigener Aussage eine spürbare Besserung ihrer Laune mit CBD Öl als Nahrungsergänzungsmittel.

CBD Öl - Erfahrungen bei Schmerzen

Fakt ist, dass CBD den Vanilloid-Rezeptor Typ 1 stimuliert, der als „Schmerzrezeptor“ des menschlichen Organismus bekannt ist.[2] Es überrascht deshalb nicht, dass Migräne, Muskelverspannungen und Rückenschmerzen typische Anwendungsfelder sind, auf denen CBD-Nutzer von ihren persönlichen Erfahrungen berichten. Viele spüren hier eine deutliche Verbesserung ihrer Beschwerden, während andere betonen, dass der Schmerz mit CBD Öl zwar nicht restlos verschwinde, aber aus dem Fokus ihrer Wahrnehmung rücke. Viele der Anwender besitzen darüber hinaus Erfahrungen mit starken Schmerzmedikamenten, zuweilen sogar mit opioiden Schmerzmitteln. Sie beschreiben Cannabidiol Öl als natürliche Alternative, die ihnen hilft, ihre Medikamenten-Dosis zu verringern und damit unerwünschte Nebenwirkungen zu reduzieren.

CBD Öl – werden die Erfahrungsberichte der Anwender durch Studien gestützt?

CBD Öl wird in Deutschland rezeptfrei als Nahrungsergänzungsmittel verkauft. Laut der Europäischen Health Claims Verordnung ist es den Herstellern deshalb untersagt, das Produkt mit gesundheitsbezogenen Aussagen zu bewerben. Dennoch interessieren sich die Nutzer stark für wissenschaftliche Studien im Bereich Cannabidiol, da ihre Ergebnisse Hinweise auf einen potenziellen zukünftigen Nutzen enthalten könnten. Zugegebenermaßen steht die Forschung zu Cannabidiol Öl in vielen Anwendungsgebieten noch weit am Anfang – in einem konkreten Feld ist sie jedoch bereits relativ weit fortgeschritten:

Cannabidiol bei Epilepsie – hier existiert der größte Erfahrungsschatz

Zwei Sonderformen der Epilepsie gelten aktuell als meist erforschte Anwendungsgebiete von CBD. Bezogen auf das Dravet-Syndrom[3] und das Lennox-Gastaut-Syndrom[4] existieren groß angelegte Studien, die zeigen, dass Cannabidiol die Frequenz der Anfälle signifikant vermindern kann. Nachdem CBD daher lange Zeit den Status eines „Orphan-Arzneimittels“ innehatte, wurde 2018 das erste reine CBD-Medikament Epidiolex offiziell in den USA zugelassen. Das entsprechende Verfahren in Europa ist noch nicht abgeschlossen, doch die EMA (Europäische Arzneimittel-Agentur) spricht sich bereits für die Zulassung aus. Unterdessen überrascht es nicht, dass Epilepsie-Patienten zu Nahrungsergänzungsmitteln wie CBD Öl greifen und von positiven Erfahrungen berichten.

CBD Öl: gibt es Erfahrungen bezüglich der optimalen Dosierung?

Die persönlichen Erfahrungen von CBD-Anwendern sind so individuell wie ihre bevorzugte Tagesmenge an Cannabidiol Öl. Hier existieren zwar Empfehlungen der Hersteller (etwa 2-3 Tropfen dreimal täglich), jedoch ist jeder Nutzer dazu angehalten, sich durch schrittweise Veränderungen an die persönliche Wohlfühlmenge heranzutasten. Eine Gefahr der Überdosierung besteht dabei kaum: Immerhin weist eine klinische Studie nach, dass sogar Höchstmengen von 6 Gramm CBD für die Anwender sicher sind und lediglich mit moderaten Nebenwirkungen wie Durchfall und Schläfrigkeit einhergehen.[5] Zum Vergleich: Ein Tropfen Cannabidiol Öl 5% enthält 2,5mg Cannabidiol, liegt also weit von der untersuchten Höchstdosis entfernt.

Negative Erfahrungen mit CBD Öl – kommt das auch vor?

Wer sich online die Erfahrungsberichte von Nutzern durchliest, erkennt schnell, dass die Meinungen zwar überwiegend ein positives Bild zeichnen, jedoch völlig einzigartige Lebenssituationen beschrieben. Naturgemäß finden sich auch Äußerungen, die nichts Positives über Cannabidiol Öl berichten. In erster Linie beklagen diese Anwender, dass CBD Öl nicht den erhofften Nutzen für sie zeigt. Andere beschreiben, dass ihre Erwartungen nach erstmaliger Anwendung zunächst nicht erfüllt wurden, sie aber im Laufe der ersten Wochen eine deutliche Besserung ihres Wohlbefindens spüren konnten. Hier wird deutlich, wie wichtig es ist, die Effekte der Einnahme eine gewisse Zeit lang zu beobachten und die Dosis gegebenenfalls an die individuellen Bedürfnisse anzupassen.

Positive Erfahrungen mit CBD Öl – demonstrieren sie einen Placeboeffekt?

Ein Placebo-Effekt liegt dann vor, wenn Menschen eine Heilwirkung verspüren, obgleich das eingenommene Präparat keinen Wirkstoff enthält. Da dieses Phänomen häufig auftritt, müssen sich Substanzen innerhalb von wissenschaftlichen Studien deutlich in ihrer Wirkung vom Placebo-Effekt abgrenzen, d.h. sie müssen das Placebo in seiner Wirkung signifikant übertreffen. CBD konnte dies beispielsweise in einem Versuch demonstrieren, in dem eine Einzeldosis Cannabidiol den Blutdruck der Probanden im Vergleich zum Placebo deutlich senken konnte.[6]

Bei der alltäglichen Einnahme von Cannabidiol Öl als Nahrungsergänzungsmittel existiert natürlich keine Vergleichskonstellation mit einem Placebo. Dass die Steigerung des Wohlbefindens durch eine positive Erwartungshaltung des Anwenders beeinflusst wird, ist deshalb nicht ausgeschlossen. Doch Hand auf Herz: Wenn lästige Beschwerden verschwinden und das Körpergefühl sich spürbar verbessert – wen würde es stören, wenn positives Denken den Effekt von CBD unterstützt.