CBD in der Schwangerschaft?

März 04, 2019

schwangere Frau streckt sich vor Laptop

Eine Schwangerschaft bringt nicht nur Glücksgefühle mit, sondern auch immense Verantwortung. Ganz besonders dafür, was die Mutter ihrem ungeborenen Kind über ihre Nahrung zuführt. Folsäure und Omega-3-Fettsäuren sollten Schwangere für die optimale Entwicklung des Babys stets ausreichend aufnehmen. Andere Substanzen dagegen unbedingt vermeiden. Dazu gehören Alkohol, Nikotin und bestimmte Lebensmittel wie Rohwurst und Rohmilchkäse.

Während diese Regeln fast jede Frau kennt, können die wenigsten abschätzen, wie sich Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel auf den Fötus auswirken. Bei Mitteln gegen Übelkeit oder Schlafstörungen ist daher der Arzt der beste Ansprechpartner für werdende Mütter. Was ist aber zu tun, wenn Frauen beispielsweise CBD Öl gegen Schlafprobleme und Stress einnehmen? Ist das auch in der Schwangerschaft erlaubt?

Die Datenlage ist lückenhaft

Aus ethischen Gründen unternimmt natürlich niemand Versuche, in denen Schwangere vorsätzlich mit unsicheren Inhaltsstoffen konfrontiert werden. Die meisten Studien zur Wirkung von Nahrungsergänzungsmitteln während der Schwangerschaft sind daher Befragungen. Hier werden die Schwangerschaftsabläufe von Frauen verglichen, während sie Auskunft darüber geben, wie sie sich in dieser Zeit ernähren und welche Präparate sie zusätzlich einnehmen. Informationen über Cannabis-Inhaltsstoffe in der Schwangerschaft stammen daher meist von Marihuana-Konsumentinnen. Hier fanden Forscher Hinweise darauf, dass Cannabis das Risiko von Frühgeburten erhöhen und das Geburtsgewicht senken könnte.[1] Für die Haupt-Auswirkungen machen Wissenschaftler jedoch das THC verantwortlich. Über die Veränderungen des Hormonspiegels in der Plazenta könnte es Wachstumsstörungen verursachen.[2] Zudem nehmen Cannabis-Konsumentinnen oftmals parallel Tabak zu sich, der über das Nikotin ebenfalls das Ungeborene beeinflussen kann.

Wie verhält es sich mit CBD-Produkten ohne THC?

Leider existieren aktuell keine Daten aus klinischen Studien, die 100-prozentig belegen würde, dass CBD in der Schwangerschaft sicher ist. Selbst Tierversuche sind in diesem Bereich noch nicht unternommen worden. In den Datenbanken medizinischer Untersuchungen lässt sich lediglich eine einzige, über 30 Jahre alte Studie aufspüren, in der trächtigen Mäusen CBD verabreicht wurde. Deren männliche Nachkommen wiesen eine um etwa 20 Prozent verminderte Spermienproduktion auf, wenn ihre Mütter während der Tragzeit Cannabidiol erhielten.[3] Für eine Bewertung muss man berücksichtigen, dass sich die Beobachtungen aus Tierversuchen keineswegs direkt auf den Menschen übertragen lassen. Insbesondere im Endocannabinoidsystem bestehen, was Dosis und Sensibilität anbelangt, deutliche Unterschiede.

Was tun bei Schwangerschaft und Kinderwunsch?

Frauen, die den Eindruck haben, dass ihnen CBD Produkte bei Alltagsleiden helfen, sollten im Falle einer Schwangerschaft mit einem Facharzt sprechen. Er kann die Dosierung des Produktes bewerten und mit der Patientin gemeinsam Risiko und Nutzen abschätzen. Wer sogar beim Arzt mit Vorurteilen konfrontiert wird, sollte sich nicht verunsichern lassen. Selbst unter Medizinern wird CBD zuweilen ungerechtfertigterweise mit Drogenkonsum assoziiert. In Wahrheit handelt es sich dabei um eine nicht psychoaktive Pflanzensubstanz, die großes Potenzial für die menschliche Gesundheit birgt. Je mehr Anwender über ihre Erfahrungen berichten und je mehr Untersuchungen folgen, desto klarer wird sich dieses Bild auch in der Öffentlichkeit durchsetzen. Mit einem Abbau der Stigmatisierung von Cannabisprodukten und dem wachsenden Interesse der Nutzer, wird sich in Zukunft auch die Informationslage für Schwangere und Stillende verbessern.