CBD gegen Hautkrankheiten – nützt Cannabidiol der Hautgesundheit?

August 21, 2019

Junge Frau kratzt ihre errötete Haut am Oberarm

Laborversuche und Studien zeigen mögliche Perspektiven für Cannabidiol bei Hauterkrankungen auf

Es juckt, spannt und brennt – Hautkrankheiten können den Betroffenen den letzten Nerv rauben. Erschwerend kommt hinzu: Medikamente wie Kortison sind zwar wirksam, verursachen aber häufig unangenehme Nebenwirkungen. Könnte Cannabidiol hier als natürliches Mittel eine Alternative bieten? Diese Frage lässt sich aktuell zwar nicht klären, doch erste Laborversuche und Studien wecken Hoffnungen für die Therapie von Neurodermitis, Schuppenflechte und Co:

CBD und Hautkrankheiten: Hilft Cannabidiol bei Neurodermitis?

Neurodermitis gilt als besonders belastende Hauterkrankung, da sie häufig bereits im Säuglingsalter auftritt. Gesicht und Kopfhaut des Babys sind bereits kurz nach der Geburt mit dem charakteristischen Milchschorf bedeckt; an den Innenseiten von Knien und Ellenbogen entstehen sogenannte Beugeekzeme. Begleitet werden die schuppigen und nässenden Ekzeme auf der Haut von quälendem Juckreiz, der den Betroffenen den Schlaf raubt und jeden Hautkontakt – auch das Tragen von Kleidung – schmerzhaft werden lässt. Im Erwachsenenalter kulminieren die Beschwerden meist in Schüben, deren Auslöser häufig nicht klar zu identifizieren sind.

Neurodermitis-Schübe treten auf, wenn das Immunsystem der Betroffenen überaktiv auf innere oder äußere Reizstoffe antwortet. Die Auslöser können sowohl bestimmte Nahrungsmittel als auch Stresssituationen sein. Der Gedanke, Cannabidiol zur Therapie von Neurodermitis einzusetzen, liegt deshalb nahe, weil die Nervenfasern der Haut Cannabinoidrezeptoren besitzen und Endocannabinoide nachweislich an der Regulation des Immunsystems beteiligt sind.

Cannabinoid-Salbe lindert Neurodermitis-Symptome

Den ersten Versuch, Neurodermitis-Patienten mit Cannabinoiden zu behandeln unternahmen Münchner Wissenschaftler im Jahre 2008. Sie verabreichten 2456 Teilnehmern eine Hautcreme mit dem Cannabinoid N-Palmitoylethanolamin (PEA). Im Ergebnis konnte die Behandlungbei 60 Prozent der Probanden Juckreiz, Rötungen und schuppende Hautbereiche reduzieren. Über die Hälfte der Neurodermitis-Patienten konnte zudemauf Kortison-Medikamente verzichten.[1]

ObCBD als Cannabinoid vergleichbare Effekte bei Neurodermitis-Betroffenen erzielen könnte, ist bislang noch nicht in klinischen Studien untersucht worden. Seine antientzündliche Wirkung, die überschießende Reaktionen des Immunsystems unterdrücken kann, wurde bereits in Tierversuchen bestätigt.[2] Aufgrund der bisherigen Erkenntnisse benennen Wissenschaftler CBD und Cannabidiol haltige Präparate als mögliches zukünftiges Mittel gegenHautkrankheiten wie Neurodermitis aber auch Akne, Kontaktallergien, Schuppenflechte und krankhaften Juckreiz.[3]

CBD bei häufigen Hautkrankheiten: Hat Cannabidiol einen Effekt auf Akne?

Akne als Hautkrankheit zu bezeichnen, halten viele Menschen für übertrieben. Tatsächlich leiden statistisch gesehen rund 75 bis 90 Prozent der Teenager weltweit unter akne-artigen Hautveränderungen. Bei etwa10 Prozent der Betroffenen besteht diese Symptomatik allerdings auch im Erwachsenenalter fort und verursacht physische und psychische Beschwerden. Dabei resultiert Akne weder aus ungesunder Ernährung noch aus mangelnder Hygiene – tatsächlich entstehen die Pickel und Pusteln aufgrund einer Fehlregulation bestimmter Hautzellen: Sowohl die Talgdrüsen als auch die hornbildenden Zellen erscheinen hier überaktiv. Während verstärkt Talg produziert wird, verschließen die Hornzellen die Ausgänge der Talgdrüsenfollikel. Das Hautfett fließt nicht ab, sondernbietet Bakterien wie dem Propionibacterium acnes eine Brutstätte und es kommt zu Entzündungen.

CBD reguliert die Tätigkeit bestimmter Hautzellen

Cannabidiol könnte eventuell dabei helfen, das Gleichgewicht einer gesunden Haut wiederzuerlangen.Zumindest legen Laborversuche nahe, dass CBD über die Aktivierung des Vanilloid-Rezeptors Typ 4 sowohl die Produktivität der Talg bildenden Zellen reduziert,[4] als auch über andere Mechanismen die Aktivität der hornbildenden Zellen (Keratinozyten) hemmt.[5] Beide Effekte könnten sich positiv auf die Symptome von Akne auswirken. Auch bei Schuppenflechte, die sich ebenfalls durch eine Überaktivität der hornbildenden Zellen auszeichnet, könnte das regulative Einwirken von CBD eventuell von Vorteil sein. Klinische Studien, die eine positive Wirkung bei Akne oder Schuppenflechte bestätigen würden, fehlen allerdings zu diesem Zeitpunkt noch.

Cannabidiol bei schweren Hautkrankheiten

Konkrete Fallberichte zur Wirkung von CBD bei Hautkrankheiten gibt es jedoch an anderer Stelle: Epidermolysis bullosa ist eine schwere erblich bedingte Hauterkrankung, die sogar zum Tod führen kann. Die Betroffenen leiden unter schmerzhaften Wunden, Narben sowie Verwachsungen, die den Bewegungsradius einschränken. Im Volksmund nennt man das Symptombild zuweilen „Schmetterlingshaut“, da die Epidermis der Patienten so empfindlich zu sein scheint, wie der Flügel eines Schmetterlings.

Könnte CBD hier nützlich sein? Ein Hinweis findet sich in der medizinischen Fachliteratur. Hier existiert der Bericht von 3 Epidermolysis-bullosa-Patienten, die CBD Öl auf der Haut anwendeten. Alle berichteten von einer besseren Wundheilung, weniger Blasenbildung und verminderten Schmerzen durch die Therapie. Einer der Patienten konnte sogar auf die opioiden Schmerzmittel verzichten, die er üblicherweise gegen die Symptome einnahm.[6]

CBD auf der Haut – wirkt es im gesamten Organismus?

Wer CBD Öl oder Creme nutzt, sollte sich darüber bewusst sein, dass die Inhaltsstoffe nicht nur lokal wirken, sondern auch in den Blutkreislauf aufgenommen werden. Cannabidiol gelangt über die sogenannte transdermale Passage sogar 10-mal effektiver ins Blut als der psychoaktive Inhaltsstoff THC.[7]

CBD Öl oder Creme – was eignet sich am besten für die Anwendung auf der Haut?

Während CBD Öl unter die Zunge geträufelt wird, wobei das Cannabidiol durch die Mundschleimhaut in den Blutkreislauf aufgenommen wird, entfalten CBD Creme und CBD Balsam ihren Effekt direkt auf der Haut. Qualitätsprodukte zeichnet hier aus, dass sie auf einem Vollspektrum Extrakt basieren. Dieser enthält neben CBD noch weitere Cannabinoide, Flavonoide und Terpeneund begünstigt auf dieser Weise den sogenannte Entourage Effekt. Wissenschaftler gehen nämlich davon aus, dass sich unterschiedliche Cannabinoide gegenseitig in ihren günstigen Effekten verstärken.

Hochwertige CBD Cremes enthalten darüber hinaus keine künstlichen Konservierungsstoffe, Farb- und Duftstoffe. Zugesetzt wird hier lediglich Vitamin E, das als wirksames Antioxidans verhindert, dass die Creme durch den Kontakt mit Sauerstoff verdirbt. Natürliche Öle und Pflanzenfette wie Sheabutter oder Mangobutter helfen der Haut zusätzlich, die eigene Feuchtigkeit zu bewahren und machen sie geschmeidig.

Tipp: Wer strapazierte oder ekzematöse Hautbereiche mit CBD Balsam pflegen möchte, sollte die Creme vor der Anwendung mit einem sterilen Spatel aus dem Tiegel entnehmen und erst anschließend aufbringen. Auf diese Weise gelangen keine Bakterien von Haut oder Fingerspitzen in das Produkt und die Haltbarkeit wird gewährleistet.