Welchen Einfluss hat CBD auf den Blutdruck?

April 21, 2020

Kann CBD Blutdruck senken?

Dass Cannabis entspannt, wissen auch Menschen, die nie einen Joint probiert haben. Denn glücklicherweise bieten CBD Produkte auf der Basis von Nutzhanf viele Positiv-Effekte der Cannabispflanze – ganz ohne den unerwünschten Rausch. Beruhigung und Ausgeglichenheit stehen bei den Fans von CBD Oil und Co klar im Fokus. Doch lassen sich diese Vorteile wirklich nachweisen? Vielleicht sogar auf physiologischer Basis, indem Cannabidiol den Blutdruck beeinflusst? Im Folgenden beleuchten wir die wichtigsten Fragen rund um CBD und Bluthochdruck und klären, ob CBD Öl Blutdruck senken kann.

Welcher Blutdruck ist eigentlich normal?

Unser Herz ist ein Hochleistungsorgan und pumpt jede Minute des Tages unser Blut einmal durch den gesamten Organismus. Dabei reguliert es unseren Gefäßdruck so, wie es Anstrengung und Umstände erfordern: In Entspannungsphasen kann das das Gefäßsystem den Blutdruck verringern und bei Anstrengung steigern - ohne, dass wir viel davon spüren. Dieser Mechanismus garantiert, dass unser Körper jederzeit mit ausreichend Sauerstoff versorgt ist.

Wenn Mediziner den Druck im Gefäßsystem messen, geben sie stets zwei unterschiedliche Werte an

  • Der diastolische Wert beschreibt den Druck, der in den Gefäßen herrscht, wenn das Herz erschlafft und Blut in die Herzkammern einströmt.
  • Der systolische Wert kennzeichnet den Druck, der in den Arterien herrscht, wenn die linke Herzkammer sich zusammenzieht, um das Blut ins Gefäßsystem herauszupumpen.

Als Normwerte definiert die deutsche Hochdruckliga Werte von 120 zu 80 mm Hg. Falls du am Morgen schwer aus dem Bett kommst, könnte es daran liegen, dass dein Blutdruck vor dem ersten Kaffee deutlich niedriger liegt als diese Norm. Aufregung, wie etwa die Angst vor dem „weißen Kittel“ aber auch Sport lassen den systolischen Druck kurzfristig in die Höhe schnellen, sodass er 120 übersteigt. Beides ist jedoch kein Anlass zur Sorge.

Wann ist ein Blutdruck krankhaft?

Weil unser Blutdruck automatisch reguliert wird, merken viele Menschen auch nicht, wenn er von der Norm abweicht. Nach unten schon eher – dann wird uns schwindelig, übel und zuweilen sogar schwarz vor Augen. Ein niedriger Blutdruck, die Hypotonie, bildet meist einen vorrübergehenden Zustand, der entsteht, weil der Betroffene rasch aus einer liegenden Position aufsteht oder wenig getrunken hat. Niedriger Gefäßdruck gilt bei Medizinern allgemein als ungefährlich.

Anders der Bluthochdruck, bzw. die Hypertonie. Ihn spüren Betroffene in Ihrem Körper meist kaum, doch avanciert er aktuell zu einer der größten Zivilisationskrankheiten weltweit. Die Deutsche Hochdruckliga vermeldet, dass aktuell beinahe jeder Dritte Deutsche unter Bluthochdruck leidet und im Jahre 2025 weltweit voraussichtlich 1,5 Milliarden Menschen betroffen sein werden.

Ursachen - wie entsteht Bluthochdruck?

Ab einem Wert von 140 zu 90 mm Hg sprechen Ärzte von Bluthochdruck (Hypertonie). In 90 Prozent der Fälle kommen hierbei erbliche Ursachen und Lebensstil zusammen. Risikofaktoren für Bluthochdruck sind

Was macht Bluthochdruck so gefährlich?

Akut spüren viele Betroffene ihren Bluthochdruck oft nur durch marginale Symptome. Das können Kopfschmerzen sein, Schwindelgefühle oder ein gerötetes Gesicht. Die eigentliche Gefahr steckt in den Folgeerkrankungen. Denn Bluthochdruck erhöht die Wahrscheinlichkeit für einige der verheerendsten Zivilisationskrankheiten enorm:

  • Schlaganfall
  • Herzinfarkt
  • Arteriosklerose
  • Netzhautschädigungen und Sehschäden
  • Chronische Nierenschwäche
  • Nierenversagen

Deshalb lautet deshalb eine der wichtigsten Präventions-Maßnahmen gegen eine chronische Hypertonie: den Bluthochdruck senken! Dabei gelten die wichtigsten Ansätze dem Lebensstil: Mehr Bewegung durch Sport, das Rauchen aufhören, Übergewicht abbauen, Salz meiden und sich kaliumreich ernähren – diese Maßnahmen können den erhöhten Blutdruck verringern. Zeigen sie keine Erfolge bzw. ist der Blutdruck bereits chronisch erhöht, verordnen Ärzte medikamentöse Blutdruck Mittel um den Druck zu reduzieren. Die bekanntesten Medikamente sind: ACE-Hemmer, AT1-Antagonisten, Beta-Blocker, Diuretika und Kalzium-Antagonisten.

Welche Nebenwirkungen haben Blutdruck Mittel?

Je nach Präparat können die Medikamente störende Nebenwirkungen mitbringen. Häufige unerwünschte Symptome der Blutdruck Mittel sind Magen-Darm-Beschwerden, Wassereinlagerungen, Schlafstörungen, Husten, Potenzstörungen und Kopfschmerzen. Wer derartige Begleiterscheinungen erlebt, sieht sich gern nach alternativen Methoden um, die den Blutdruck senken. Und die gibt es tatsächlich: Neue Studien legen nahe, dass Entspannungstechniken wie Meditation den Gefäßdruck langfristig reduzieren können.[1] Da liegt es nahe, auch Naturprodukte und Nahrungsergänzungsmittel mit deren Wirkung in Betracht zu ziehen, die erfahrungsgemäß Anspannungen reduzieren: Zum Beispiel CBD und andere Inhaltsstoffe von Cannabis.

CBD und der Blutdruck – warum liegt ein Zusammenspiel nahe?

CBD wird in der Forschung als Gegenspieler des psychoaktiven Cannabis-Inhaltsstoff THC betrachtet: Während hohe Dosen THC die Ängste bei Probanden verstärken könnten, scheint eine Einzeldosis CBD im Versuch eine angstlösende (anxiolytische) Wirkung zu besitzen. Dass Cannabidiol auch den Stress von Menschen in Belastungssituationen verringern könnte, legt ein Versuch nahe, in dem die Probanden frei vor Publikum sprechen sollten. Innerhalb dieses Settings konnte CBD die ängstlichen Symptome der Versuchsteilnehmer ähnlich gut reduzieren wie Antidepressiva oder Valium.[2] Wichtig dabei: Hier heiß es nicht „mehr hilft mehr“, sondern es kommt auf eine moderate Dosis an. Während 600mg CBD bei den ängstlichen Rednern keine Wirkung zeigte, konnte eine halb so große Menge Cannabidiol die Ängste während der Rede signifikant reduzieren.[3] Doch passiert diese Entspannung nur im Kopf oder kann CBD Öl auch den Blutdruck senken?

Lässt sich mit CBD Öl Blutdruck senken? – Das sagen Versuche und Studien

Im Jahr 2017 führten Forscher eine kleine Studie durch, um die Wirkung von CBD auf den Blutdruck zu beobachten. Den insgesamt nur 9 Probanden wurde entweder 600mg CBD verabreicht oder ein Placebo, wobei weder die Teilnehmer noch die Ärzte wussten, wer welches Präparat erhielt. Um die Ergebnisse zu kontrollieren, bekamen die Probanden nach dem ersten Durchgang in einem Cross-Over-Durchgang jeweils das andere Mittel. Das Ergebnis: CBD konnte den Blutdruck der Teilnehmer um durchschnittlich 6 mmHg reduzieren, wenn sie gleichzeitig Stress ausgesetzt waren. Die Autoren der Studie betonen deshalb, dass weitere Studien Zukunft abklären sollten, ob CBD im Rahmen einer kardiovaskulären Krankheit eine Rolle spielen könnte.[4]

Wichtig: Weitere Studien sind nötig!

Es ist offensichtlich: Die Datenlage zu CBD und dem Thema „Blutdruck senken“ ist aktuell noch mehr als dünn. Dennoch diskutieren Wissenschaftler, ob Cannabidiol mit seinen antientzündlichen Fähigkeiten zur Gefäßgesundheit beitragen könnte. Laut ungarischer Wissenschaftler könnte CBD sich durch seine immunmodulatorischen Eigenschaften günstig auf den Verlauf von Arteriosklerose auswirken.[5] Eine entscheidende Rolle scheinen hier die Cannabinoid-Rezeptoren CB1 und CB2 zu spielen, deren Blockierung bzw. Aktivierung zumindest im Tierversuch ein Fortschreiten von Arteriosklerose hemmen konnte.[6] Allerdings beziehen sich viele der vorliegenden Daten hier zunächst auf das psychoaktive Cannabinoid THC – was die Frage anbelangt, ob CBD Tropfen eventuell das Gefäßsystem schützen und den Blutdruck verringern kann, besteht Bedarf an weiteren Daten.

Diese Cannabinoide können den Blutdruck auch beeinflussen

Neben CBD stehen auch die anderen nicht-psychoaktiven Cannabinoide der Hanfpflanze im Fokus der Forschung – immerhin gibt es über 100 verschiedene davon. Auch ihr Effekt auf den Blutdruck macht Forscher neugierig. 2006 erhielt der israelische Doktorand Yehoshua Maor den Kaye Innovation Award für ein Projekt, in dem er CBG (Cannabigerol) synthetisch erzeugte und im Tierversuch zeigte, dass es bei Ratten den Blutdruck senken konnte. Dabei beobachteten die Forscher, dass das Cannabinoid die Gefäßwände der Versuchstiere messbar entspannte.[7]

CBD statt Blutdruck Mittel - wie seriös ist diese Empfehlung?

Wirkt sich die Einnahme von CBD Öl nun tatsächlich positiv auf Bluthochdruck aus? An dieser Stelle muss man klar herausstellen: Es gibt bislang keine klinische Studie, die beschreibt, wie regelmäßig eingenommenes Cannabidiol sich auf eine chronische Hypertonie auswirkt. Mit gutem Gewissen kann man allerdings zur Prävention von Bluthochdruck alles empfehlen, was zu einem gesünderen Lebensstil und zum Stressabbau beiträgt. Viele CBD-Fans berichten, dass ihnen CBD Öl oder CBD Tropfen gute Dienste dabei leisten, ihre Anspannung zu reduzieren. Damit sich ein Hochdruck gar nicht erst entwickelt, sollten Nahrungsergänzungsmittel mit CBD natürlich in einen ausgewogenen Lebensstil mit gesunder Ernährung und ausreichend Sport eingebunden sein. Doch hier sei noch einmal klargestellt: Cannabidiol ist kein wirksames Blutdruck Mittel für Hypertoniker.

Achtung: Falls du bereits Blutdruck Mittel einnimmst, dann solltest du mit deinem Arzt darüber sprechen, inwiefern CBD eine nützliche Ergänzung bilden könnte. Denn Cannabidiol hat Einfluss auf die Verstoffwechselung einiger Medikamente und kann verursachen, dass sie intensiver oder schwächer wirken. Als Bluthochdruck-Patient bist du dann auf der sicheren Seite, wenn du die Einnahme von jeglichen Nahrungsergänzungsmitteln mit deinem Arzt abklärst.