CBD bei Rheuma

Januar 15, 2019

Mensch hält sich sein schmerzendes Handgelenk

Studienergebnisse zeigen: Die entzündungshemmenden Effekte von CBD können Rheuma lindern.

Für Laien ist Rheuma gleichbedeutend mit Gelenkentzündungen, aber de facto betreffen rheumatischen Erkrankungen den gesamten Bewegungsapparat: Gelenke, Muskeln und Sehnen. Etwa 1,5 Millionen Menschen hierzulande leiden an den rund 100 unterschiedlichen rheumatischen Erkrankungen. Allen Rheuma-Arten gemein ist die Einschränkung des Alltags durch chronische Schmerzen. Da die gängigen Medikamente zuweilen starke Nebenwirkungen verursachen, diskutieren Fachleute CBD als alternatives Therapeutikum.

Welche Krankheiten gehören zur Rheuma-Gruppe?

Die Gruppe der rheumatischen Erkrankungen umfasst

  1. Degenerative rheumatische Erkrankungen (z.B. rheumatoide Arthritis, Morbus Bechterew, Spondyloarthropathien)
  2. Weichteilrheuma (Fibromyalgie, Muskelrheuma und Rheuma der Unterhaut)
  3. Stoffwechselstörungen wie Osteoporose und Gicht

Welche Ursache hat Rheuma?

Aktuell können Mediziner die Ursachen rheumatischer Krankheiten nicht im Detail erklären. Fachleute vermuten jedoch, dass sie einerseits genetisch bedingt sind und andererseits aus Autoimmunreaktionen entstehen. Dabei bilden Körperzellen bestimmte Rezeptoren aus, die sie für das Immunsystem irrtümlicherweise als Eindringling erscheinen lassen. Es reagiert mit der Bildung von Antikörpern und Entzündungsprozessen.

Wie sieht die Therapie von Rheuma aus?

In der Regel nehmen Betroffene nicht-steroidale Antirheumatika gegen die Schmerzen ein. Bekannt sind Diclofenac (Voltaren), Ibuprofen und Acetylsalicylsäure. Diese Medikamente erhöhen während einer langfristigen Einnahme die Gefahr, dass die Magenschleimhaut geschädigt wird und Magengeschwüre entstehen. Auch Kortison gilt als effektives Rheuma-Medikament, kann allerdings Wassereinlagerungen, Osteoporose und Hautprobleme begünstigen.

Wie kann CBD bei Rheuma helfen?

Unser körpereigenes Endocannabinoidsystem übernimmt Aufgaben, die bei rheumatischen Erkrankungen aus dem Gleichgewicht geraten. Über seine Rezeptoren (CB1 und CB2) sowie die passenden Endocannabinoide reguliert es bei Gesunden die Entzündungsprozesse und steuert das Immunsystem. Forscher konnten nachweisen, dass die Gelenkflüssigkeit von Rheuma-Patienten – anders als die von gesunden Probanden – CB1 und CB2-Rezeptoren enthält.[1] Hier ergibt sich laut Experten ein Ansatzpunkt, den rheumatischen Schmerz zu behandeln. Da CBD seine Wirkung an CB1- und CB2-Rezeptoren entfaltet, könnte seine Zufuhr ausgleichend auf rheumatische Immunreaktionen wirken.

CBD wirkt antientzündlich und antirheumatisch

Im Tiermodell konnten Wissenschaftler Arthritis behandeln, indem sie den Versuchstieren CBD verabreichten. Interessanterweise wirkte das Cannabidiol in derselben Intensität, unabhängig davon, ob es gespritzt oder oral verabreicht wurde. In der Gelenkflüssigkeit beobachteten die Forscher bei den CBD-Tieren einen Rückgang von Signalstoffen, die das Immunsystem anregen und Entzündungen verursachen.[2] Die Schlussfolgerung: CBD wirkt entzündungshemmend und hat antirheumatisches Potenzial.

Ein weiterer Versuch demonstriert, dass Arthritis im Knie auch gut auf eine Salbe mit CBD-Anteil anspricht. Bereits nach wenigen Tagen erreichte das Präparat sich eine signifikante Schmerzlinderung und eine bessere Beweglichkeit.[3]

CBD - eine Chance bei Rheuma ohne Rauschwirkung

Abseits der Tierversuche mit CBD als Einzelwirkstoff demonstrieren klinische Studien, dass die gängigen Cannabis-Medikamente wie Nabilon und Sativex wirksam die Symptome von Arthritis[4] und Fibromyalgie[5] bei menschlichen Patienten lindern.

Der Nachteil: Die Präparate enthalten neben CBD auch das psychoaktive THC, das charakteristische Nebenwirkungen wie Angstgefühle und Schläfrigkeit verursachen kann. Dagegen riskieren Betroffene, die CBD Öl oder CBD Balsam bei rheumatischen Erkrankungen für sich ausprobieren, keine Überdosierung und keine schweren Nebenwirkungen. Viele Erfahrungsberichte zeigen, dass Cannabidiol hier eine gute Ergänzung oder gar eine Alternative zu den gängigen Medikamenten bieten kann.