Wirkt CBD bei psychischen Krankheiten?

Januar 04, 2019

Junge Frau mit psychischer Erkrankung

Aktuelle Studien eröffnen Perspektiven für Cannabidiol bei Ängsten, Depressionen und Schizophrenie

Obwohl psychische Erkrankungen heutzutage noch immer mit einem Stigma behaftet sind, gelten sie unter Experten als Volkskrankheiten: Schätzungen gehen davon aus, dass in Deutschland etwa 10 Millionen Menschen unter Ängsten leiden und weitere 4 Millionen an Depressionen erkrankt sind. Nur ein Bruchteil davon begibt sich in therapeutische Behandlung – zu groß ist die Sorge vor Ausgrenzung in der Berufswelt und im Privatleben. Aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen wecken die Hoffnung, dass in Cannabidiol ein natürlicher Stoff zur sanften Behandlung von Stress und Angst entdeckt wurde.

CBD gegen Ängste – erwiesenermaßen wirksam

Die Einnahme von CBD Öl beruhigt im ersten Schritt organisch: Es senkt den Blutdruck messbar. Dass es auch das seelische Empfinden von Stresssituationen signifikant mindern kann, wiesen Versuche nach, in denen die Probanden vor einem unbekannten Publikum frei sprechen mussten. Derartige Situationen begegnen uns ein Leben lang in Schule, Studium und Beruf – dennoch gewöhnen sich einige Menschen nie an den Auftritt in der Öffentlichkeit. Unsicherheit, Lampenfieber bis hin zu Panikattacken können die Folgen sein. Wer fürchtet, aufgrund von Ängsten die Kontrolle zu verlieren, greift häufig zu starken Beruhigungsmitteln mit Suchtpotenzial.

Doch eventuell ist das gar nicht nötig: Im Versuch zeigte CBD Öl selbst im Vergleich mit Valium seinen beruhigenden Effekt – ohne psychoaktive Nebenwirkungen und Suchtgefahr.[1] Interessanterweise scheint Cannabidiol gerade bei den Menschen Ängste zu mindern, die unter starken Phobien leiden. Personen, die nach eigener Auskunft gut mit Stress-Situationen zurechtkommen, spüren weniger vom beruhigenden Effekt.[2]

Perspektive: CBD bei Posttraumatischen Belastungsstörungen

Ein Unfall, ein Gewaltverbrechen oder eine Naturkatastrophe können die Lebensqualität nachhaltig trüben. Viele Betroffene erleben belastende Bilder als Flashback im Alltag immer wieder, insbesondere, wenn konkrete Situationen die Erinnerung daran wachrufen. Experten glauben, dass zum Teil eine Überaktivität bestimmter archaischer Hirnteile (Amygdala) für das Wiedererleben traumatischer Situationen verantwortlich ist. Hier könnte CBD unter Umständen helfen: Es scheint die Kommunikation zwischen den instinktgesteuerten Hirnteilen und denen, die für alltägliche Entscheidungen zuständig sind, zu hemmen.[3] Wenn Probanden einen visuellen Reiz mit Schmerzen assoziierten, half CBD, diese Konditionierung aufzulösen.[4] Das medizinisches Cannabis gegen Albträume und Flashbacks hilft, berichten bereits viele Betroffene mit einer Posttraumatischen Belastungsstörung.[5] Wäre CBD hauptsächlich für diese Wirkung verantwortlich, könnten Patienten eine Beruhigung ohne die Drogenwirkung des THC erfahren.

Könnte CBD Psychosen vorbeugen?

Forschungen haben gezeigt, dass das Risiko einer Psychose geringer ist, je höher der körpereigene Spiegel des Endocannabinoids Anandamid ist. Da CBD den Anandamid-Abbau hemmt, hilft es, das Level hochzuhalten. Im Endeffekt erzielt Cannabidiol damit eine vergleichbare Wirkung wie gängige Antipsychotika, z.B. Amisulprid.[6] Während das Medikament allerdings Nebenwirkungen wie Bewegungsstörungen, Gewichtszunahme und ein erhöhtes Diabetesrisiko verursachen kann, gilt CBD als gut verträglich. Mediziner sehen hier großes Potenzial für Cannabidiol in der Therapie von Schizophrenie.

Kann jeder Ängste und Depressionen mit CBD bekämpfen?

Cannabidiol ist als Nahrungsergänzungsmittel frei erhältlich; die Gefahr einer Überdosierung besteht praktisch nicht. Somit bietet CBD gestressten Personen eine natürliche Möglichkeit, mit der sie ihr seelisches Gleichgewicht wiedererlangen können. Zusätzlich empfehlen Fachleute eine regelmäßige Bewegung, ausreichend Omega-3-Fettsäuren und genügend Tageslicht, insbesondere im Winter. Wer allerdings die Kriterien einer schweren Depression erfüllt, Suizidgedanken hegt oder seine Gedanken als fremdgesteuert empfindet, sollte sich umgehend in fachärztliche Behandlung begeben. Je nachdem, welche Krankheit vorliegt, können Patienten auch mit ihrem Arzt über eine mögliche Verordnung von CBD sprechen.