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CBD als Alternative zu Antibiotika?

Juni 08, 2020

CBD Alternative zu Antibiotika

Kann CBD eine Alternative zu Antibiotika darstellen?

Der Begriff Antibiotika setzt sich aus den griechischen Begriffen „anti“ und „bios“ zusammen und bedeutet so viel wie: gegen das Leben. Ursprünglich bezeichnete man damit von Bakterien ausgestoßene Stoffwechselprodukte, die in ihrer Umgebung das Wachstum anderer Mikroorganismen von Pflanzen hemmen. In der modernen Medizin gelten sämtliche teil- und vollsynthetischen Substanzen, die Bakterien abtöten und ihre Vermehrung hemmen als Antibiotikum.

Neue Studien bescheinigen CBD von Natur aus eine pflanzliche Wirkung gegen unterschiedliche Bakterienarten. Ob Magengrippe, Blasenentzündung oder Atemwegsinfektion – beinahe jeder Patient musste schon einmal im Leben Antibiotika einnehmen, um Beschwerden loszuwerden. Bei der wachsenden Berichterstattung über multiresistente Keime vertrauen allerdings immer weniger Menschen den chemischen Medikamenten vorbehaltlos; viele sehen sich daher nach pflanzlichen Alternativen aus der Natur um. Könnten Stoffe aus der Natur wie z.B. CBD Öl hier tatsächlich helfen?

Probleme mit Antibiotika - gibt es natürliche Alternativen?

Das größte Problem beim Einsatz von synthetischen Antibiotika ist, dass bestimmte Bakterienstämme mit der Zeit unempfindlich (resistent) gegen sie werden und ein Medikament seine Wirkungen verliert. Dabei fördert nicht nur die häufige Verordnung von Antibiotika die Resistenzen, sondern auch ihr industrieller Einsatz. In der Tiermast wollen Produzenten Infektionskrankheiten durch großflächige Antibiotikagaben vorbeugen, riskieren damit jedoch Rückstände in ihren Produkten. Die wiederum können beim Verbraucher zur Bildung resistenter Bakterienstämme führen.

Im Rahmen der Suche nach Medikamenten gegen resistente Keime prüfen Forscher verstärkt natürliche antibakterielle Substanzen wie Oregano-Öl, Knoblauch-Extrakte oder Honig. Hier besteht die These, dass Natursubstanzen zu komplex sind, als dass Bakterien Resistenzen gegen sie bilden könnten. Im Zuge dessen wird auch CBD für die Forschung interessant:

Besitzt CBD antibiotische Eigenschaften?
Dass Cannabidiol einen antibakteriellen Effekt auf Streptokokken und Staphylokokken ausübt, wiesen Forscher bereits in den 1970er Jahren nach. Damals schloss man aus den Ergebnissen, dass diese Wirkung nur für gram-positive Bakterien gilt, wogegen gram-negative Bakterien gegen CBD resistent seien.

Andere Daten präsentierten jetzt das Forscherteam um Mark Blaskovich auf der diesjährigen Konferenz der American Society for Microbiology, ASM Microbe in San Francisco. Die bislang unveröffentlichte Studie zeigt laut Blaskovich, wie CBD Spray Bakterienstämme eliminierte, die bereits gegen gängige Antibiotika resistent sind. Darüber hinaus entwickelten sich keinerlei Resistenzen gegen Cannabidiol bei den Bakterien, selbst wenn sie dem Cannabinoid rund 20 Tage lang ausgesetzt wurden. CBD demonstrierte dabei laut den Wissenschaftlern Wirksamkeit gegen MRSA, dem methicillin-resistenten Staphylococcus aureus, der für folgenschwere Krankenhausinfektionen verantwortlich ist.

Der leitende Chemiker Mark Blaskovich erläuterte im Interview mit der Newsweek den aktuellen Kenntnisstand zu CBD als Antibiotikum: „Wir wissen noch nicht, wie es funktioniert, doch es könnte einen einzigartigen Mechanismus ausüben, falls sich bestätigt, dass es gegen antibiotikaresistente Keime wirkt.“

Eine weiteres Problem sind multiresistente Menschen, welchen normales Antibiotika nicht mehr, oder nur noch wenig Hilfe leistet. Hierzu könnten Bakteriophagen (kurz Phagen) eine vielversprechende Lösung sein. Leider ist die Phagentherapie in den westlichen Ländern jedoch nicht sehr verbreitet, bzw. teilweise nicht mal erlaubt. In den Ostblockstaaten werden Phagen und die Phagentherapie jedoch bereits seit einigen Jahren bei Erkrankungen und Infektionen sehr erfolgreich in der Medizin eingesetzt. Dies bestätigen ebenfalls einige von der östlichen Medizin beschriebenen Artikel. Daher ist zu hoffen, dass die Medizin zukünftig Themen annimmt und Daten sammelt, welche belegen, dass Pflanzen oder pflanzliche Mittel ebenfalls gegen Infektionen helfen können. Phagen sind zwar nicht pflanzlichen Ursprung, dennoch kommen sie natürlich vor und haben mit der Phagentherapie gezeigt, dass die Medizin auch neue oder andere Wege gehen kann, um multiresistente Patienten behandeln zu können. Daher sind Phagen und die Phagentherapie neben pflanzlichen Themen eine ernstzunehmende Mittel im Kampf gegen Infektionen, Krankheiten und multiresistente Viren. 

Kann CBD die Wirkung von Antibiotika verstärken?

Wie CBD, gewonnen aus Hanf Pflanzen, neue resistente Keime beeinflussen könnte, demonstrierten Forscher in einer 2019 veröffentlichten Studie: Als äußere Membranvesikel bezeichnen Fachleute Stoffe, die Bakterien über ihre Außenhülle abgeben. Sie dienen in erster Linie der Kommunikation der Bakterien untereinander, aber auch dem Austausch von DNA, der Bildung eines Biofilms und dem Ausschütten von Abwehrenzyme gegen Immunzellen. Cannabidiol kann diese Membranvesikel insbesondere beim Bakterium E.coli wirksam hemmen. In der Folge wirkten verschiedene Antibiotika in der Kombination mit CBD stärker gegen bestimmte gram-negative Bakterien. Laut den Autoren könnte CBD eventuell helfen, die Resistenzbildung gegen Antibiotika zu reduzieren.

Darf CBD in Deutschland als Medikament eingesetzt werden?

Aktuell ist CBD in Deutschland nur in Kombinationspräparaten mit THC als Medikament erhältlich. Sie dienen unter anderem der Therapie von Multipler Sklerose. In den USA ist das CBD-Einzelpräparat Epidiolex jüngst als Epilepsie-Medikament zugelassen worden. Für viele andere Anwendungsbereiche wie die Linderung von Kopfschmerzen, Ängsten und rheumatischen Beschwerden existieren zwar vielversprechende Studienergebnisse, jedoch nicht genug Daten, um eine Verkehrsfähigkeit als Medikament zu untermauern.

Allerdings ist CBD in Kosmetikprodukten in Deutschland frei erhältlich. Hier kann jeder Konsument selbst für sich herausfinden, ob es sein persönliches Wohlbefinden – etwa bei einer Erkältung – steigern kann.

Möchtest Du einen weiteren Artikel über pflanzliche Antibiotika Alternativen aus der Natur lesen? Hier gehts zu einem weiteren Artikel von Focus Online.

In dem nachfolgendem YouTube Video möchten wir dir zudem nochmals die Themen Phagen und Phagenterapie näher bringen. Das Video erklärt sehr genau und einfach, was Phagen im Körper bewirken, wie eine Phagentherapie eingeleitet werden kann und welche Ergebnisse diese bereits gezeigt haben.