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CBD Öl auf Rezept - Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für CBD?

Juni 29, 2020

CBD Krankenkasse

CBD und die Krankenkasse - seit wann ist Hanf hierzulande legal?

Seit der Legalisierung nutzen Tausende Patienten Cannabis oder CBD Öl auf Rezept – doch es gibt auch bei Cannabis und CBD Nebenwirkungen. Viele Betroffene mit chronischen Krankheiten haben die Behandlung lange ersehnt – seit mehreren Jahren ist Cannabis als Medikament mittlerweile auch in Deutschland legal. Welche Perspektiven eröffnen sich dadurch für die Patienten, bei welcher Krankheiten oder Behandlung ist die Verschreibung von Cannabis sinnvoll und wer übernimmt die Kosten dafür?

Erst im März 2017 wurde Cannabis für die Verwendung als Medizin und Arzneimittel hierzulande legalisiert. Das bedeutet: Patienten, die eine entsprechende Indikation vorweisen, können sich vom Arzt ein Rezept oder Antrag ausstellen lassen und erhalten Cannabisblüten, Cannabis-Extrakt aus der Apotheke oder können selbst CBD Öl kaufen. Wird dieser Antrag genehmigt erfolgt meist auch die Kostenübernahme durch die jeweiligen Krankenkassen. Da sich jedoch noch nicht alle Krankenkassen mit dem Arzneimittel bzw. mit der Therapie anhand von Cannabisblüten auseinandergesetzt haben, sollte die Kostenübernahme im Vorfeld der Behandlung geregelt sein und im optimalen Fall schriftlich vorliegen. 

Vor der Legalisierung war es zwar möglich, sich Cannabis als Medikament verordnen zu lassen, allerdings mussten Patienten dafür eine Ausnahmegenehmigung bei der Bundesopiumstelle des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) beantragen. Diesen komplizierten Weg nahmen nur etwa 1000 Patienten im ganzen Bundesgebiet auf sich.

Nach der Legalisierung erwarten Fachleute einen starken Anstieg der Nachfrage. Erste Statistiken geben ihnen Recht: Zurzeit nutzen etwa 40.000 Personen Cannabispräparate auf Rezept.

Cannabis oder CBD Öl auf Rezept - was sind die Vorteile?

Patienten, die Cannabis oder CBD Öl auf Rezept als Arzneimittel beziehen machen sich nicht strafbar und erhalten Ware mit einem standardisierten Gehalt an Wirkstoffen. Denn der verordnende Arzt setzt bei der Verschreibung neben der Menge auch die Pflanzen-Sorte fest. Abhängig von der Sorte wiederum ist der Anteil an THC und Cannabidiol (CBD) in der Ware vonseiten des Herstellers normiert. Schließlich kann eine Verordnung vom Arzt auch die Kosten des Patienten senken oder gar dafür sorgen, dass die Kosten ganz von der Krankenkasse übernommen werden.

Jeweils zu Beginn einer Therapie muss der Betreffende dazu bei seiner Krankenkasse einen Antrag auf Kostenübernahme stellen. Hierzu solltest Du auch mit deinem Arzt vor einer Therapie besprechen, ob und in welchem Umfang diese für dein Krankheitsbild oder deine Leiden sinnvoll ist. Zudem kommt es bei der Kostenübernahme auf die entsprechende Krankenkasse an. Hat deine Krankenkasse bereits anderen Patienten Cannabis Arzneimittel oder Medikamente bewilligt, so ist auch die Kostenübernahme von Cannabidiol (CBD) wahrscheinlicher. Im optimalen Fall holst Du dir von deiner Krankenkasse vorab eine schriftliche Zustimmung zur Kostenübernahme ein.

Cannabis oder Cannabidiol als Medizin - bei welchen Krankheiten ist Hanf wirksam?

Gesetzlich sind die Indikationen, bei denen Cannabis zur Behandlung verordnet werden darf, nicht begrenzt. Daher berufen sich Ärzte und Krankenkassen auf aktuelle Studien, auch wenn die Datenlage teilweise lückenhaft ist. Die Ergebnisse unterstützen in erster Linie die folgenden Indikationen: chronische Schmerzen, Muskel-Spastiken, Epilepsie, Erbrechen und Übelkeit im Rahmen einer Chemotherapie und Appetitlosigkeit bei AIDS. Eventuell könnte sich Cannabis auch bei Schlafstörungen, Angststörungen, ADHS und Tourette positiv auswirken. Insbesondere als Schmerzmittel sind die Cannabisblüten effektiv und bieten eine nebenwirkungsärmere Alternative zu Opioiden.

Die Krankenkassen empfehlen deshalb eine Verordnung bei:

  • Multipler Sklerose
  • Paraplegie (halbseitiger Lähmung)
  • Epilepsie
  • Chemotherapie
  • HIV und Gewichtsverlust

Keine Basis für eine Cannabis Verordnung sehen die Kassen hingegen bei:

  • Glaukom
  • Darmerkrankungen
  • Depressionen
  • Psychosen
  • Demenz

Die verordnungsfähige Höchstmenge für den Zeitraum von einem Monat liegt aktuell bei 100g getrockneten Cannabisblüten bzw. 1000mg Cannabisextrakt. Wem das Hantieren mit Cannabisblüten fremd ist und wer Wert auf eine exakte Dosierung legt, kann sich Medikamente mit THC und Cannabidiol verschreiben lassen. Aktuell sind die folgenden Präparate auf dem Markt:

Sativex: Dieses Mundspray wird in erster Linie Betroffenen mit Multipler Sklerose verordnet, um Muskelkrämpfe und Schmerzen zu lindern.

Canemes: Dieses Präparat hilft gegen Übelkeit und Erbrechen im Rahmen einer Chemotherapie. Es wird Krebspatienten verschrieben, die nicht auf andere Behandlungen ansprechen.

Dronabinol: Dieses Medikament regt den Appetit bei AIDS-Patienten an und mindert Übelkeit, die durch eine Chemotherapie ausgelöst wurde. Seit März 2017 steht es allerdings auch für andere Anwendungsgebiete zur Verfügung.

Was muss auf dem CBD oder Cannabis Rezept für die Krankenkasse stehen?

Ein gültiges Cannabis Rezept muss in Deutschland die folgenden Merkmale aufweisen:

  • Datum der Ausstellung: Da es sich um ein Betäubungsmittelrezept handelt, muss der Patient das Rezept innerhalb einer Woche in der Apotheke einlösen.
  • Cannabis-Sorte: Der Sortenname muss vermerkt werden, da er den Inhaltsstoff-Gehalt bestimmt.
  • Dosierung: Vermerkt der Arzt, dass die Dosierung „gemäß schriftlicher Anweisung“ erfolgt, muss die Apotheke dem Patienten die Dosierungsanweisung in Schriftform mitgeben.
  • Arztstempel bzw. -Unterschrift: In Deutschland dürfen Ärzte aller Fachrichtungen mit Ausnahme von Zahn- und Tierärzten Cannabis verordnen.
  • Menge: Diese Angabe dient zur Einhaltung der gesetzlich bestimmten Höchstmenge.

Medizinisches Cannabis: Mögliche Nebenwirkungen

Cannabis ist pharmazeutisch wirksame Medizin – bringt allerdings auch mögliche Nebenwirkungen mit, über die Anwender aufgeklärt werden müssen. Zu den häufigsten zählt das bekannte Gefühl, „high“ zu sein. Außerdem können Missstimmungen auftreten, die sich bis zu Angst, Panik oder Depressionen steigern. Auch Halluzinationen und das Gefühl von Kontrollverlust sind nicht selten. Im Allgemeinen fördert Cannabis durch seine psychoaktive Wirkung Denkstörungen und mindert die kognitive Leistungsfähigkeit.

Körperlich äußern sich die Nebenwirkungen häufig in

  • Schwindel
  • Müdigkeit
  • Herzrasen
  • niedrigem Blutdruck
  • trockenen Augen
  • trockenen Mundschleimhäuten
  • Appetitsteigerung
  • Kopfschmerzen
  • Zyklen ohne Eisprung
  • verminderte Spermienbildung                                

Gibt es Cannabismedikamente ohne THC?

In Europa gibt es aktuell ausschließlich Medikamente, die THC und Cannabidiol (CBD) enthalten. Bereits im Juni 2018 erteilte jedoch die amerikanische Food and Drug Administration (FDA) dem CBD-Medikament Epidiolex in den USA eine Zulassung. Zwar stellte der Hersteller GW Pharmaceuticals bereits im selben Jahr den Antrag auf Zulassung in der EU, doch ist unklar, wann mit der Genehmigung zu rechnen ist. Aktuell müssen Nutzer, die CBD ohne THC zu sich nehmen wollen, daher auf frei verkäufliche Produkte wie zum Beispiel CBD Öl zurückgreifen.

Antworten und weitere Informationen zum Thema Kostenübernahme für CBD von der Krankenkasse, oder CBD Öl auf Rezept findest Du auch in diesem Artikel hier


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