10 Facts zu CBD – was wissen wir sicher über Cannabidiol?

Oktober 11, 2019

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Zeitungsartikel, Netflix-Dokumentationen und Online-Magazine – seit rund 2 Jahren berichtet die gesamte Medienlandschaft verstärkt über das „Wundermittel“ CBD. Bedauerlicherweise werden dabei auch Mythen geschaffen und Halbwissen verbreitet: Macht CBD süchtig? Machen sich Verbraucher mit dem Kauf von CBD-Produkten strafbar? Ist eine Wirkung von Cannabidiol überhaupt erwiesen?

Damit Konsumenten nicht weiter im Dunkeln tappen, fassen wir die 10 wichtigsten Fakten zu CBD zusammen:

 

1. CBD wirkt nicht psychoaktiv

Dass sich Konsumenten von Cannabis „high“ oder „stoned“ fühlen, hängt mit seinem Gehalt an THC zusammen. Da CBD-Produkte im Handel auf Nutzhanf basieren, der beinahe frei von THC ist, haben sie keinerlei psychoaktives Potenzial. Auch als Reinstoff übt CBD keine psychoaktive Wirkung aus.

 

2. CBD als Nahrungsergänzungsmittel ist legal

Verarbeitete CBD-Produkte auf der Basis von Nutzhanf mit höchstens 0,2 Prozent THC fallen nicht wie THC oder Rohhanf unter die Verbote im Betäubungsmittelgesetz. Verarbeitete Waren mit Cannabidiol dürfen in Deutschland deshalb legal gehandelt werden. Allerdings prüfen Politik und Anwälte aktuell, ob CBD-Produkte in Zukunft eine gesonderte Zulassung als „Novel Food“ benötigen.

 

3. CBD ist nicht generell verschreibungspflichtig

Hier wird es etwas komplizierter: Als Medikament unterliegt CBD seit 2016 der Verschreibungspflicht. Wird es allerdings nicht als Arzneimittel gehandelt und mit Heilversprechen beworben, ist es frei verkehrsfähig. Diese Dualität ist nicht ungewöhnlich – sie trifft auch auf Vitamin C- oder Zink-Präparate zu.

 

4. CBD und THC bestimmen die Hauptwirkungen von Hanf

Neben THC und CBD kommen in Hanf zahlreiche weitere Cannabinoide, Flavonoide und Aromastoffe vor. Doch THC und CBD sind maßgeblich für die Wirkung der Pflanze zuständig. Während für den illegalen Konsum in den vergangenen Jahrzehnten Sorten mit immer höherem THC-Gehalt gezüchtet wurden, entdeckt die Forschung aktuell die positiven Effekte seines „Gegenspielers“ CBD.

 

5. CBD hat medizinischen Nutzen

Cannabidiol ist Bestandteil von Medikamenten zur Therapie von Multipler Sklerose und hat sich als Einzelsubstanz besonders bei seltenen Epilepsie-Formen bewährt (Lennox-Gastaut-Syndrom, Dravet Syndrom). Seit 2018 besitzt die CBD-Lösung Epidiolex in den USA eine Medikamenten-Zulassung; die europäische Arzneimittel-Agentur empfiehlt diese auch für Europa. Das hat gute Gründe: Im Bereich der Epilepsie existieren bislang die umfangreichsten wissenschaftlichen Studien zu CBD. Im Zuge weiterer Forschungen besteht die Perspektive, dass CBD zukünftig auch in anderen Anwendungsgebieten offiziell zur Therapie eingesetzt werden kann.

 

6. CBD Öl ist kein Hanföl

Hanföl, so wie es sich manche Menschen über den Salat träufeln, ist das Pflanzenfett aus gepressten Nutzhanf-Samen. CBD Öl hingegen wird in zwei Herstellungsschritten gewonnen: Zunächst extrahiert man aus den Cannabis-Blüten sämtliche Inhaltsstoffe. Das sind vornehmlich CBD sowie weitere Cannabinoide, Flavonoide und Terpene. Da CBD fettlöslich ist, verwenden Hersteller gern Öl (MCT Öl, Hanföl oder Olivenöl) als Trägersubstanz für den Extrakt. Hanf-Extrakt plus Trägeröl nennt sich dann im Handel nach seinem wertvollsten Bestandteil: CBD Öl.

 

7. CBD löst keine positiven Drogentests aus

Drogentests für Cannabiskonsum spüren im Blut oder Urin der Testpersonen kleinste Mengen THC auf. Das macht Sinn: Schließlich gilt das Verbot im Betäubungsmittelgesetz für THC in Reinform sowie für THC-haltige Produkte. Beim Konsum von CBD-Produkten seriöser Hersteller mit einem verbrieften THC-Gehalt von unter 0,2 Prozent dürften gängige Drogentests daher nicht reagieren. Vorsicht sollten Verbraucher allerdings bei Naturprodukten wie CBD-Blüten walten lassen: Sind deren Inhaltsstoffe nicht im Labor getestet worden, besteht das Risiko, dass mehr THC enthalten ist als gewollt. So könnte ein Drogentest ausschlagen, obgleich sich der Getestete keines Vergehens bewusst ist.

 

8. CBD Anbau ist für Privatleute verboten

Beim Anbau der Hanfpflanze ist es unerheblich, ob THC enthalten ist – in Deutschland darf man als Privatperson keinen Nutzhanf kultivieren. Zucht, Ernte und Handel sind hierzulande allein landwirtschaftlichen Unternehmen vorbehalten, die sich dafür vorab registrieren lassen.

 

9. CBD Blüten sind in Deutschland nicht frei verkäuflich

Sie enthalten kein THC – also darf man CBD Blüten sorglos rauchen? So einfach ist es in der deutschen Gesetzgebung leider nicht. Unverarbeitete Pflanzenteile von Nutzhanf dürfen nämlich hierzulande nicht an den Verbraucher abgegeben werden. Legal ist lediglich der Handel mit verarbeiteten Produkten wie Nahrungsergänzungsmittel und Kosmetika.

 

10. Studien belegen die Effekte von CBD

Kritische Medien behaupten gern, es gäbe keine wissenschaftlich fundierten Daten zur Wirkung von CBD. Dabei existieren sehr wohl zahlreiche klinische Studien und Laborversuche, die verschiedenste Anwendungsgebiete untersuchen. Sie reichen von Schizophrenie und Angstzuständen über Rheuma und Gelenkbeschwerden bis hin zu Wirkungen auf Haustiere. Auch die Anzahl wissenschaftlicher Studien zu Cannabidiol hat sich in den vergangenen Jahren vervielfacht. Bis aus einer klinischen Studie allerdings eine Zulassung zur Therapie von Krankheiten entsteht, braucht es die Daten großer Probandengruppen und die Einhaltung hoher Standards (Kontrolle durch Placebos, Verblindung der Studie ect.). Wer sich inzwischen über die aktuelle Publikationslage informieren will, kann dies auf wissenschaftlichen Datenbanken wie pubmed.com tun oder bei uns im Blog nachlesen.